Definition: Der Rolled Throughput Yield (RTY) ist eine Kennzahl aus dem Lean Management, die die Wahrscheinlichkeit angibt, dass eine Einheit einen mehrstufigen Prozess ohne jegliche Nacharbeit oder Ausschuss durchläuft. Er berechnet sich als Produkt der First Pass Yields (FPY) aller einzelnen Prozessschritte.
Anstatt komplizierter Formeln nutzt der RTY eine einfache Multiplikation der Gutteile-Quoten jedes Schritts:
RTY = FPY Schritt 1 x FPY Schritt 2 x FPY Schritt 3 ...
Die meisten Unternehmen begehen den Fehler, nur die „Endausbeute“ zu messen: Wenn 100 Rohlinge in die Linie gehen und 95 fertige Produkte herauskommen, wird eine Ausbeute von 95 % gemeldet. Der RTY deckt auf, was dazwischen passiert. Er stellt die kritische Frage: Wie viele dieser 95 Produkte mussten unterwegs nachgearbeitet, korrigiert oder erneut geprüft werden?
Während der klassische Yield nur den „Schrott am Ende“ zählt, macht der RTY die Hidden Factory (die versteckte Fabrik) sichtbar – also jene Kapazitäten, die Sie für Korrekturschleifen verschwenden, ohne es in der Bilanz sofort zu sehen.
Stellen Sie sich einen Prozess mit 5 Schritten vor. Jeder Schritt für sich sieht mit einer Qualität von 95 % (FPY) solide aus. Doch die Mathematik des RTY ist gnadenlos:
Das Ergebnis: Fast jedes vierte Teil verursacht in diesem Prozess zusätzliche Kosten durch Nacharbeit oder Ausschuss, obwohl jeder einzelne Abteilungsleiter stolze 95 % meldet.
In der Prozessoptimierung dient der RTY als präzises Diagnose-Instrument:
Verwechseln Sie RTY nicht mit dem einfachen First Pass Yield (FPY). Der FPY ist eine isolierte Momentaufnahme eines einzelnen Schritts. Der RTY hingegen ist die systemische Betrachtung. Wenn Sie Ihre Durchlaufzeiten (Lead Times) verkürzen wollen, müssen Sie den RTY erhöhen – denn jede Nacharbeitsschleife ist ein unplanbarer Zeitfresser, der Ihren Materialfluss (Flow) unterbricht.