Manufacturing Glossar zu OEE, MES & Produktion – SYMESTIC

Manufacturing Integration Platform: Datenplattform & Cloud-Architektur

Geschrieben von Symestic | Jan 12, 2026 10:56:54 AM

Was ist eine Manufacturing Integration Platform?

Eine Manufacturing Integration Platform ist die zentrale Daten- und Integrationsschicht zwischen Shopfloor (OT) und Business-Systemen (IT).

Sie bündelt:

  • Daten aus Maschinen, Linien, Testständen, Sensoren
  • Produktions-, Qualitäts- und Instandhaltungsdaten
  • Schnittstellen zu MES, ERP, PLM, BI, Cloud-Analytics

Kernaufgabe: ein einheitliches, echtzeitfähiges Datenfundament für alle Anwendungen im Digital Shopfloor bereitstellen – statt dutzender Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen.

Rolle in der MES-Cloud-Architektur

In einer modernen MES-Cloud-Architektur liegt die Manufacturing Integration Platform zwischen:

  • OT-Ebene (SPS, Roboter, OPC UA, MQTT, Gateways)
  • Cloud-MES, Planungssystemen und Analytics-Tools

Typische Architekturprinzipien:

  • API-first & Event-getrieben
    Daten und Ereignisse (Statuswechsel, Alarme, NOK, KPIs) werden als Events über klar definierte APIs bereitgestellt – nicht mehr als individuelle DB-Zugriffe.

  • Zentrale Datenmodelle & Semantik
    Assets, Maschinen, Aufträge, Produkte, Qualitätsmerkmale werden einmal sauber modelliert und stehen dann allen Anwendungen konsistent zur Verfügung.

  • Trennung von Daten- und Applikationsebene
    MES-Funktionen (OEE, Traceability, Workflows) sind nicht mehr hart an Maschinenkopplungen „festgeschraubt“, sondern nutzen die gemeinsame Plattform als Datenquelle.

Kernfunktionen einer Manufacturing Integration Platform

Eine gute Manufacturing Integration Platform bietet typischerweise:

  1. Shopfloor-Konnektivität

    • Anbindung über OPC UA, MQTT, Feldbus, proprietäre Protokolle via Edge-Gateways

    • Normalisierung von Signalen (Status, Zähler, Prozesswerte) in einheitliche Tags/Modelle

  2. Datenplattform

    • Speicherung von Zeitreihen (Prozessdaten), Events und Stammdaten

    • Verknüpfung mit Kontext: Auftrag, Produkt, Linie, Schicht, Asset

    • Basis für OEE, FPY, Scrap, Durchlaufzeit, Condition Monitoring, PAT usw.

  3. Integrations- & API-Layer

    • REST-/GraphQL-APIs und Event-Streams für MES, ERP, QMS, CMMS, BI

    • Security, Mandantenfähigkeit, Versionierung der Schnittstellen

  4. Governance & Skalierung

    • Rechte- und Rollenkonzepte, Logging, Monitoring

    • Multi-Site-Fähigkeit (mehrere Werke, ein Plattform-Kern)

Warum nicht „MES spricht direkt mit jeder Maschine“?

Klassischer Ansatz: Jedes MES-Modul integriert direkt jede Maschine / jedes System. Folgen:

  • hoher Integrationsaufwand pro Anlage
  • schwer wartbare „Schnittstellen-Spaghetti“
  • jede zusätzliche Anwendung (z. B. Energiemonitoring, KI-Analytics) baut neue Integrationen

Die Manufacturing Integration Platform löst das auf:

  • einmal anbinden, mehrfach nutzen
    Maschine → Plattform; danach können MES, Energie, OPEX, KI-Use-Cases alle auf dieselben Daten zugreifen.

  • saubere Rollen-Trennung
    OT/Integrationsteams verantworten Connectivity & Datenmodell, Applikationsteams (MES, Analytics) konsumieren und veredeln.

  • Cloud-ready
    Daten werden so bereitgestellt, dass Cloud-MES und andere SaaS-Services sie direkt nutzen können – inklusive Latenz-, Security- und Bandbreitenkonzept.

Manufacturing Integration Platform & Cloud-MES (z. B. SYMESTIC)

In einem Cloud-MES-Setup wie SYMESTIC übernimmt die Manufacturing Integration Platform faktisch drei Aufgaben:

  1. Daten-Hub für Digital Shopfloor & OEE

    • Maschinen- und Prozessdaten werden einmal zentral erfasst und mit Auftrags-/Produktkontext verknüpft.

    • MES-Funktionalitäten wie OEE, Manufacturing Visibility, Digital Process Optimization greifen auf denselben Datenlayer zu.

  2. Integrationsdrehscheibe für IT-Systeme

    • ERP, QMS, CMMS, BI und Data Lakes binden sich an eine Plattform an, nicht an jede Linie separat.

    • Stammdaten- und Auftragsflüsse bleiben konsistent über alle Werke.

  3. Architektur-Backbone

    • Cloud-native, skalierbar, mandantenfähig – ideal für Mehrwerksstrukturen.

    • Basis, um weitere Module (Smart Maintenance, PAT, KI-Services) ohne Neuverkabelung anzudocken.

Damit wird „Manufacturing Integration Platform“ zu einem Architektur-Keyword für technische Leser:

Nicht „MES plus ein paar Schnittstellen“, sondern eine dedizierte Integrations- und Datenplattform, auf der ein Cloud-MES wie SYMESTIC seine Use-Cases (OEE, Digital Shopfloor, Smart Maintenance, Process Optimization) schnell, skalierbar und sauber integrierbar ausrollen kann.