Manufacturing Glossar zu OEE, MES & Produktion – SYMESTIC

Process Documentation: MES-basierte Prozessdatenanalyse & Prozessdesign

Geschrieben von Symestic | Jan 14, 2026 12:53:26 PM

Was ist Process Documentation?

Unter Process Documentation versteht man die strukturierte Beschreibung und laufende Dokumentation von Fertigungsprozessen – inklusive:

  • Arbeitsschritten und Reihenfolge
  • Maschinen, Ressourcen, Werkzeugen
  • Prozessparametern (z. B. Drehmoment, Temperatur, Zeiten)
  • Prüfmerkmalen und Qualitätskriterien
  • Rollen und Verantwortlichkeiten

Im digitalen Kontext wandert diese Dokumentation von Word/Visio/Excel in MES-gestützte Modelle, die nicht nur beschreiben, sondern aktiv zur Steuerung und Analyse genutzt werden.

Prozessdatenanalyse: von Dokumentation zu Fakten

Klassische Prozessdokumentation ist statisch. MES-basierte Prozessdatenanalyse macht sie dynamisch:

  • Maschinen- und Prozessdaten werden automatisch erfasst.

  • Sie sind mit Aufträgen, Produkten, Varianten und Schichten verknüpft.

  • Kennzahlen wie OEE, FPY, Scrap, Durchlaufzeit ergeben ein faktisches Bild des Prozesses.

Damit entsteht ein Loop:

  1. Prozess im MES modellieren (Ablauf, Parameter, Prüfungen).

  2. Live-Daten gegen das Modell laufen lassen.

  3. Abweichungen, Engpässe und Verlusttreiber erkennen.

  4. Prozessdesign anpassen und Wirkung in den KPIs messen.

Process Documentation wird so zur operativen Grundlage der Prozessdatenanalyse.

Prozessdesign & Rolle des Prozessverantwortlichen

Prozessdesign beschreibt, wie ein Prozess ideal ablaufen soll:

  • Reihenfolge der Schritte
  • zulässige Parameterfenster
  • Prüf- und Freigabepunkte
  • Eskalationswege und Rework-Pfade

Der Prozessverantwortliche (Process Owner):

  • definiert und pflegt das Prozessmodell im MES,
  • legt KPIs und Grenzwerte fest,
  • bewertet Prozess-Performance anhand der Daten,
  • initiiert KVP-Maßnahmen (z. B. Rüstoptimierung, Qualitätschecks, Automatisierung).

Ohne klaren Prozessverantwortlichen verkommt Process Documentation zu „Ablage“. Mit klarer Ownership wird sie zur Steuerungsbasis.

Vorteile MES-basierter Process Documentation

MES-gestützte Process Documentation / Prozessdatenanalyse bietet:

  • Transparenz
    Jeder Prozess ist technisch und betriebswirtschaftlich beschrieben – und mit realen Daten unterlegt.

  • Vergleichbarkeit
    Linien, Werke, Varianten lassen sich objektiv vergleichen (OEE, Scrap, Zeiten) auf Basis desselben Prozessmodells.

  • Compliance & Traceability
    Es ist nachvollziehbar, welcher Prozess mit welchen Parametern für welches Los / welche Seriennummer gültig war.

  • Schnelleres Prozessdesign
    Änderungen (neue Variante, neuer Kunde) werden im MES-Modell eingepflegt und sind sofort im Shopfloor wirksam.

Process Documentation mit Cloud-MES (z. B. SYMESTIC)

Ein Cloud-MES wie SYMESTIC verbindet Process Documentation direkt mit:

  • Echtzeit-Prozessdaten (Maschinen, Tests, manuelle Rückmeldungen)
  • KPI-Layern (OEE, FPY, Scrap, Durchlaufzeiten)
  • digitalen Workflows (NOK-Handling, Eskalationen, Prüfpläne)

Damit wird Process Documentation zum MES-basierten Prozessanalyse-Werkzeug:

  • Prozessverantwortliche modellieren und ändern Prozesse zentral.
  • Der Shopfloor arbeitet nach diesen digitalen Vorgaben.
  • Daten aus der Realität zeigen laufend, wo Prozessdesign und tatsächliche Ausführung auseinanderlaufen – und wo Optimierung den größten Hebel hat.