Definition: Die Schedule Adherence (SA) ist die Kennzahl für die Synchronität zwischen Produktionsplanung und realer Ausführung auf dem Shopfloor. Sie misst prozentual, wie exakt Aufträge in der vorgegebenen Zeit, Sequenz und Menge abgeschlossen wurden.
In der Praxis begehen Unternehmen oft den Fehler, sich blind auf die OEE (Gesamtanlageneffektivität) zu verlassen. Doch Vorsicht: Eine Maschine kann eine glänzende OEE von 95 % aufweisen, während sie jedoch den „falschen“ Auftrag produziert, der erst für nächste Woche geplant war. Die Folge? Die Schedule Adherence sinkt, Bestände stauen sich an und dringende Kundenaufträge bleiben liegen. Während die OEE die Effizienz misst, validiert die Schedule Adherence die Effektivität deiner gesamten Supply Chain.
Eine niedrige Schedule Adherence ist meist kein Maschinenproblem, sondern ein Symptom für tiefere strukturelle Brüche. Wenn Dispatching (Feinplanung) und Realität auseinanderklaffen, entstehen teure Domino-Effekte:
Achten Sie bei der Messung nicht nur auf die Menge (Quantity Adherence), sondern zwingend auf die Sequenz-Treue. Ein häufiger „Trick“ auf dem Shopfloor ist das Vorziehen einfacher Aufträge, um die Stückzahlen gut aussehen zu lassen (sog. „Cherry Picking“). Dies ruiniert jedoch die Materialfluss-Logistik für nachgelagerte Prozesse. Eine echte Schedule Adherence bildet daher immer das Trio aus Zeit, Menge und Reihenfolge ab.
Eine stabilisierte Schedule Adherence (Zielwert meist >90 %) ist das Fundament für Lean Production. Sie reduziert die Durchlaufzeiten nicht durch schnelleres Arbeiten, sondern durch das Eliminieren von unplanbarem Warten und Suchen.