Manufacturing Glossar zu OEE, MES & Produktion – SYMESTIC

Time to Resolution (TTR) in der Fertigung: Definition und Messung

Geschrieben von Symestic | Feb 25, 2026 2:32:23 PM

Time to Resolution (TTR) misst die Zeitspanne vom Auftreten eines Problems bis zu dessen vollständiger Behebung. In der Fertigung betrifft das Maschinenstörungen, Qualitätsprobleme oder Prozessabweichungen. Die Uhr startet wenn eine Störung erkannt wird – und stoppt erst wenn die Anlage wieder stabil und regelkonform läuft.

TTR betrachtet damit nicht nur die erste Reaktion, sondern den gesamten Weg: Erkennung, Diagnose, Reparatur, Test, Freigabe und stabile Wiederaufnahme der Produktion.

TTR vs. MTTR: Was der Unterschied ist

TTR wird häufig mit MTTR (Mean Time to Repair) gleichgesetzt – das ist ungenau. MTTR misst typischerweise nur die eigentliche Reparaturzeit. TTR umfasst den vollständigen Lösungsprozess inklusive Reaktionszeit, Diagnose, Reparatur, Funktionstest und Freigabe. Eine kurze MTTR bei langer TTR zeigt dass die Reparatur schnell geht aber Diagnose oder Freigabe der Engpass sind – eine Information die reine MTTR-Messung verbirgt.

Warum TTR OEE und Liefertreue direkt beeinflusst

Jede ungeplante Störung blockiert Kapazität. Eine lange TTR bedeutet hohe Stillstandszeiten, sinkende OEE, verpasste Liefertermine und steigende Wartungskosten. Wer TTR systematisch misst erkennt wo im Lösungsprozess die Zeit verloren geht – und kann gezielt eingreifen.

Lange TTRs deuten oft auf fehlende Ersatzteile, lückenhafte Störungsdokumentation, unklare Verantwortlichkeiten oder fehlende Eskalationspfade hin. Das sind organisatorische Probleme die mit technischen Mitteln sichtbar gemacht werden müssen.

TTR als Steuerungsgröße im MES

Ein MES das Störungsstart, Erstalarm, Eingriffszeitpunkt und Wiederanlauf mit Zeitstempel erfasst, liefert die Datenbasis für belastbare TTR-Auswertungen – pro Maschine, Störungstyp, Schicht oder Verantwortlichkeitsbereich. So werden systematische Schwächen sichtbar die in aggregierten OEE-Werten verschwinden.

FAQ

Wie wird TTR berechnet? TTR = Zeitpunkt der vollständigen Problemlösung minus Zeitpunkt der Störungserkennung. Entscheidend ist die Definition von „vollständig gelöst" – in der Praxis empfiehlt sich der Zeitpunkt der Produktionsfreigabe nach stabiler Wiederaufnahme, nicht der Zeitpunkt der Reparaturfertigstellung.

Was ist eine gute TTR in der Fertigung? Das hängt stark von Anlagentyp, Branche und Störungsklasse ab. Relevanter als ein absoluter Zielwert ist die Trendentwicklung: Sinkt die TTR bei wiederkehrenden Störungstypen über Zeit, wirken Maßnahmen. Steigt sie, gibt es systemische Probleme in Instandhaltung oder Dokumentation.

Wie lässt sich TTR gezielt senken? Die wirksamsten Hebel sind strukturierte Störungsdokumentation mit Ursachenklassifikation, definierte Eskalationspfade mit klaren Reaktionszeitzielen, verfügbare Ersatzteilvorhaltung für häufige Störungsursachen und digitale Arbeitsanweisungen für Standardreparaturen. Wer TTR-Daten systematisch auswertet kann Maßnahmen priorisieren statt nach Gefühl zu handeln.