Der MES Proof of Value hat sich als zentrales Instrument etabliert, um MES-Einführungen abzusichern. Statt langfristiger Projektzusagen oder theoretischer Business Cases liefert ein PoV belastbare Antworten auf eine einfache Frage: Bringt dieses MES in meiner Produktion messbaren Nutzen – ja oder nein? Genau darin liegt der Unterschied zu klassischen Proof-of-Concept-Ansätzen.
Ein MES Proof of Value ist eine zeitlich klar begrenzte Evaluierungsphase, in der ein MES mit realen Produktionsdaten eingesetzt wird. Ziel ist nicht, möglichst viele Funktionen zu testen, sondern wirtschaftliche Effekte nachzuweisen. Der Fokus liegt auf messbaren Kennzahlen wie Stillstandszeit, Ausschuss oder OEE – nicht auf Software-Demos oder PowerPoint-Versprechen.
Im Unterschied zum Proof of Concept, der technische Machbarkeit prüft, bewertet der MES Proof of Value betriebswirtschaftlichen Mehrwert. Er beantwortet, ob sich ein MES rechnet, wie schnell es Wirkung entfaltet und ob ein Rollout sinnvoll ist.
MES-Projekte scheitern selten an der Technik, sondern an falschen Erwartungen. Ohne PoV werden Systeme oft großflächig eingeführt, bevor klar ist, ob sie die relevanten Produktionsverluste adressieren. Ein MES Proof of Value reduziert dieses Risiko deutlich, da Investitionsentscheidungen auf gemessenen Effekten statt Annahmen basieren.
Für das Management schafft der PoV Entscheidungssicherheit. Für Produktion und IT entsteht Akzeptanz, weil der Nutzen transparent belegt ist. Gleichzeitig verkürzt sich der Entscheidungsprozess, da Diskussionen über hypothetische Potenziale entfallen.
Ein MES Proof of Value verfolgt immer klar definierte Ziele. Dazu gehören in der Praxis vor allem die Reduktion ungeplanter Stillstände, die Verbesserung der OEE, die Senkung von Ausschuss oder die Reduzierung manueller Aufwände im Reporting. Wichtig ist, dass nicht zu viele Ziele gleichzeitig verfolgt werden. Ein fokussierter PoV mit ein bis zwei Kernkennzahlen liefert deutlich bessere Ergebnisse als ein breit angelegter Funktions-Test.
Der Ablauf eines MES Proof of Value folgt einer klaren Logik. Am Anfang steht die Definition der Ziel-KPIs. Unternehmen legen fest, welche Verluste betrachtet werden und wie sie gemessen werden sollen. Diese Zieldefinition ist entscheidend, da sie die spätere Bewertung bestimmt.
Anschließend werden relevante Maschinen und Datenquellen angebunden. Der PoV konzentriert sich bewusst auf einen überschaubaren Produktionsbereich, etwa eine Linie oder einen Engpassprozess. Mit Beginn der Datenerfassung wird eine Baseline gebildet, die den Ist-Zustand abbildet.
Auf dieser Basis werden Auffälligkeiten analysiert und erste Maßnahmen abgeleitet. Nach einer definierten Laufzeit werden die Ergebnisse erneut gemessen und mit der Ausgangssituation verglichen. Der MES Proof of Value endet mit einer klaren Bewertung: messbarer Nutzen, wirtschaftlicher Effekt und Empfehlung für oder gegen einen Rollout.
Ein MES Proof of Value sollte sich auf wirtschaftlich relevante KPIs beschränken. Dazu zählen insbesondere OEE und ihre Verlustkomponenten, Stillstandszeiten und Stillstandskosten, Ausschussquoten sowie Zeitaufwände für manuelle Datenerfassung und Reporting. Entscheidend ist, dass die Kennzahlen nicht isoliert betrachtet werden, sondern in einen Kostenkontext überführt werden. Erst dadurch wird aus einer KPI eine Entscheidungsgrundlage.
Ein MES Proof of Value ist kein offenes Pilotprojekt. Während Pilotprojekte oft zeitlich ausufern und ohne klare Bewertung enden, ist der PoV klar begrenzt, zielorientiert und ergebnisoffen. Er dient nicht der schrittweisen Einführung, sondern der Entscheidungsfindung. Genau diese Klarheit macht ihn für Unternehmen attraktiv, die Investitionsrisiken minimieren wollen.
Am Ende eines MES Proof of Value steht keine Empfehlung auf Basis von Erfahrungswerten, sondern eine datenbasierte Entscheidung. Unternehmen wissen, welche Effekte realistisch sind, wie schnell sie eintreten und welchen Einfluss sie auf Kosten und Produktivität haben. Dadurch lassen sich Rollouts fundiert planen oder bewusst verwerfen.
Anbieter wie SYMESTIC setzen den MES Proof of Value gezielt als Einstiegsmodell ein. Durch einen klar strukturierten, zeitlich begrenzten PoV mit realen Produktionsdaten wird der Nutzen eines MES früh sichtbar gemacht und als Entscheidungsgrundlage genutzt.
Der MES Proof of Value ist kein optionaler Zwischenschritt, sondern ein zentrales Auswahl- und Entscheidungsinstrument. Er ersetzt Annahmen durch Messwerte, reduziert Projektrisiken und schafft Transparenz über den tatsächlichen Nutzen eines MES-Systems. Unternehmen, die ihre MES-Einführung mit einem PoV absichern, treffen bessere Entscheidungen – schneller, faktenbasiert und wirtschaftlich belastbar.