Der Master Production Schedule (MPS) ist der verbindliche Produktionshauptplan eines Unternehmens. Er legt fest, welches Produkt in welcher Menge auf welchem Zeithorizont hergestellt werden soll – unter Berücksichtigung von Nachfrage, Kapazität und Materialverfügbarkeit.
Der MPS übersetzt die Ergebnisse aus dem S&OP (Sales & Operations Planning) in einen produktionsnahen Plan, der als Input für MRP, Beschaffung und Schichtplanung dient.
Der MPS ist die Scharnierstelle zwischen strategischer Planung und operativer Ausführung:
Ein guter MPS arbeitet mit zeitlichen Zonen unterschiedlicher Veränderlichkeit:
Frozen Zone (z.B. nächste 1–2 Wochen): Plan gilt als eingefroren, Änderungen nur per Ausnahmefreigabe – das Werk braucht Planungssicherheit.
Slushy Zone (z.B. 3–6 Wochen): Änderungen möglich, aber abgestimmt mit Material- und Kapazitätsverfügbarkeit.
Liquid Zone (z.B. ab Woche 7): Hoher Anpassungsspielraum für Kapazitäts- und Materialvorausplanung.
In einer Cloud-MES-Architektur entsteht ein geschlossener Planungsloop: S&OP definiert Volumina, der MPS übersetzt sie in realistische Produktionsprogramme, das MES liefert Ist-Leistung und Engpassdaten zurück, S&OP und MPS werden auf dieser Basis kontinuierlich kalibriert. Voraussetzung ist eine saubere Schnittstelle zwischen ERP oder APS-System und MES.
Was ist der Unterschied zwischen MPS und MRP? Der MPS plant, was produziert werden soll. MRP leitet daraus ab, welche Materialien und Kapazitäten dafür benötigt werden. MPS ist Input für MRP.
Was gehört in den MPS – alle Artikel? Nein. Der MPS fokussiert auf Endprodukte mit hohem Wert oder Engpassrelevanz (A-Teile, Schlüsselprodukte). C-Teile werden über MRP oder einfachere Dispositionsverfahren gesteuert.
Wie oft wird der MPS aktualisiert? Typischerweise wöchentlich im rollierenden Horizont – mit dem Grundsatz, die Frozen Zone nicht ohne triftigen Grund zu verändern.