Definition: Die Scrap Rate (Ausschussquote) misst den Anteil der produzierten Teile, die aufgrund irreparabler Mängel endgültig verworfen werden müssen. Im Gegensatz dazu beschreibt die Rework Rate (Nacharbeitsquote) jene Einheiten, die den Qualitätsstandard im ersten Durchlauf (First Pass Yield) verfehlt haben, aber durch zusätzlichen Aufwand korrigiert werden können.
In der Bilanz ist Scrap der sichtbare Feind: Er verursacht direkte Materialverluste und vernichtet bereits investierte Energie und Arbeitszeit. Doch die Rework Rate ist oft der gefährlichere, weil „unsichtbare“ Gegner. Hohe Nacharbeitsquoten binden Kapazitäten an Maschinen, die eigentlich für neue Aufträge geplant waren. Dies führt zu einer künstlichen Verknappung der Kapazität und verlängert die Durchlaufzeiten massiv, ohne dass dies sofort in der Ausschussstatistik auftaucht.
Obwohl beide Kennzahlen die Qualität betreffen, wirken sie unterschiedlich auf deine OEE (Overall Equipment Effectiveness):
Ein häufiger Fehler in der Produktion ist eine einseitige Konzentration auf eine niedrige Scrap Rate. Wenn Mitarbeiter instabile Prozesse durch manuelles Nachbessern „retten“, bleibt die Scrap Rate niedrig, aber die Herstellkosten explodieren durch die Hintertür. Pro-Tipp: Messen Sie immer den Rolled Throughput Yield (RTY). Nur der RTY zeigt Ihnen die wahre Prozessgesundheit, indem er berechnet, wie viele Teile den gesamten Prozess ohne jegliche Korrektur (Scrap oder Rework) durchlaufen haben.
Wer Scrap und Rework nicht vermischt, sondern getrennt analysiert, erzielt signifikante Vorteile: