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Scrap Rate vs. Rework Rate: Den Hidden Factory Effekt entlarven

Definition: Die Scrap Rate (Ausschussquote) misst den Anteil der produzierten Teile, die aufgrund irreparabler Mängel endgültig verworfen werden müssen. Im Gegensatz dazu beschreibt die Rework Rate (Nacharbeitsquote) jene Einheiten, die den Qualitätsstandard im ersten Durchlauf (First Pass Yield) verfehlt haben, aber durch zusätzlichen Aufwand korrigiert werden können.

Warum Scrap die Kasse, aber Rework den Prozess killt

In der Bilanz ist Scrap der sichtbare Feind: Er verursacht direkte Materialverluste und vernichtet bereits investierte Energie und Arbeitszeit. Doch die Rework Rate ist oft der gefährlichere, weil „unsichtbare“ Gegner. Hohe Nacharbeitsquoten binden Kapazitäten an Maschinen, die eigentlich für neue Aufträge geplant waren. Dies führt zu einer künstlichen Verknappung der Kapazität und verlängert die Durchlaufzeiten massiv, ohne dass dies sofort in der Ausschussstatistik auftaucht.

Der kritische Unterschied in der OEE-Betrachtung

Obwohl beide Kennzahlen die Qualität betreffen, wirken sie unterschiedlich auf deine OEE (Overall Equipment Effectiveness):

  • Scrap reduziert direkt den Qualitätsfaktor.
  • Rework belastet meist den Leistungsfaktor oder die Verfügbarkeit, da die Anlage Zeit für Teile aufwendet, die sie eigentlich schon längst hätte verlassen müssen.

Insider-Tipp: Die Falle der "geretteten" Teile

Ein häufiger Fehler in der Produktion ist eine einseitige Konzentration auf eine niedrige Scrap Rate. Wenn Mitarbeiter instabile Prozesse durch manuelles Nachbessern „retten“, bleibt die Scrap Rate niedrig, aber die Herstellkosten explodieren durch die Hintertür. Pro-Tipp: Messen Sie immer den Rolled Throughput Yield (RTY). Nur der RTY zeigt Ihnen die wahre Prozessgesundheit, indem er berechnet, wie viele Teile den gesamten Prozess ohne jegliche Korrektur (Scrap oder Rework) durchlaufen haben.

Strategischer Nutzen einer sauberen Trennung

Wer Scrap und Rework nicht vermischt, sondern getrennt analysiert, erzielt signifikante Vorteile:

  1. Ursachenforschung: Scrap deutet oft auf Material- oder Werkzeugfehler hin; hohes Rework auf Prozessinstabilitäten oder mangelnde Mitarbeiterschulung.
  2. Transparente Kostenrechnung: Identifikation der „Hidden Factory“ (die versteckten Kosten der Nacharbeit).
  3. Kürzere Durchlaufzeiten: Durch die Reduzierung von Rework-Schleifen wird der Materialfluss wieder planbar.

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