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MES-Einführung: Standardisierte Wege in die digitale Produktion

Geschrieben von Uwe Kobbert | Nov 27, 2025 12:18:07 PM

Die Einführung eines Manufacturing Execution Systems (MES) zielt darauf ab, Fertigungsprozesse transparent, steuerbar und wirtschaftlich bewertbar zu machen. Moderne Systeme folgen dabei zunehmend einem standardisierten, cloudbasierten Ansatz, der schnelle Ergebnisse ermöglicht und den bisherigen IT-Aufwand reduziert.

Ausgangspunkt

In der Vergangenheit waren MES-Einführungen häufig mit langen Projektlaufzeiten, individuellen Anpassungen und komplexen IT-Strukturen verbunden. Der Zeitaufwand bis zur produktiven Nutzung konnte Wochen oder Monate betragen, und der Nutzen war oft erst nach Abschluss umfangreicher Integrationsphasen sichtbar.

Standardisierte Einführungskonzepte

Cloud-native MES-Plattformen setzen heute auf vorkonfigurierte Module und skalierbare Architekturen. Dadurch lassen sich Produktionskennzahlen, Auftragsdaten, Prozesswerte oder Alarme innerhalb kurzer Zeit erfassen und visualisieren. Die Bereitstellung erfolgt in der Regel über gesicherte Cloud-Infrastrukturen, wodurch lokale Server, Softwareinstallationen oder Wartungsverträge entfallen.

Ein typischer Ablauf einer modernen MES-Einführung umfasst:

  1. Bereitstellung der Plattform über Cloud-Infrastruktur (z. B. Microsoft Azure).

  2. Maschinenanbindung mittels OPC UA, digitalen Signalen oder Edge-Gateways.

  3. Onboarding der Key-User und Konfiguration erster Dashboards.

  4. Pilotierung auf ausgewählten Linien zur Validierung von Daten und Berichten.

  5. Rollout und Skalierung auf weitere Standorte.

Technische Grundlagen

Die Anbindung erfolgt häufig über standardisierte Protokolle wie OPC UA oder REST-API. Daten werden am Shopfloor gesammelt, über Gateways an die Cloud übertragen und dort verarbeitet. Dashboards ermöglichen die Auswertung von Kennzahlen wie OEE, Verfügbarkeit oder Ausschuss in Echtzeit. Updates, Backups und Datensicherung sind Teil des laufenden Betriebs.

Wirtschaftliche Aspekte

Durch das Software-as-a-Service-Modell (SaaS) werden klassische Investitionskosten (CAPEX) in planbare Betriebsausgaben (OPEX) überführt. Unternehmen vermeiden hohen IT-Overhead, profitieren von automatischen Aktualisierungen und können mit geringem Ressourceneinsatz starten.

Typische wirtschaftliche Effekte, die aus Praxiserfahrungen mit Cloud-MES-Lösungen bekannt sind:

  • Deutliche Verkürzung der Einführungszeit (von Monaten auf Tage oder Wochen).
  • Reduktion des IT-Aufwands und der Wartungskosten.
  • Verbesserte Datentransparenz und OEE-Steigerungen durch faktenbasierte Entscheidungen.

Erfolgsfaktoren

Ein strukturierter Einführungsprozess erfordert:

  • klare Zieldefinition und priorisierte Kennzahlen,

  • funktionsfähige OT/IT-Schnittstellen,

  • geschulte Key-User mit Prozessverständnis,

  • sowie ein Management, das datenbasierte Steuerung unterstützt.

Fazit

Die MES-Einführung entwickelt sich von individuellen IT-Projekten hin zu standardisierten, skalierbaren Cloud-Lösungen. Der Fokus liegt auf schneller Nutzbarkeit, geringem Integrationsaufwand und einer klaren wirtschaftlichen Bewertung der Produktionsleistung – als Grundlage für operative Exzellenz und kontinuierliche Verbesserung.