OEE (Overall Equipment Effectiveness): Definition, Faktoren & Formeln
OEE einfach erklärt: Definition, Formel, Benchmarks & Praxisbeispiele. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Anlagen effizienter machen.
Energy KPIs machen den Energie- und Emissionsverbrauch eines Produktionsprozesses messbar. Die zwei zentralen Kennzahlen sind kWh/Teil (Energieverbrauch pro gefertigter Einheit) und CO₂/Teil (verursachte CO₂-Emissionen pro gefertigter Einheit). Beide verbinden Energie, Stückzahl und Energieträgermix zu einer Zahl mit der sich Linien, Werke, Produkte und Varianten objektiv vergleichen lassen.
kWh/Teil = Energieverbrauch in kWh im Zeitraum durch Anzahl produzierter Teile. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Gutteilen und Gesamtteilen: kWh/Gutteil macht Qualitätsverluste im Energieverbrauch sichtbar – wer viel Ausschuss produziert, hat einen strukturell höheren Energieeinsatz pro verwertbarem Teil. Sinnvolle Aggregationen sind Linie, Produktfamilie, Artikel und Schicht.
Typische Fragestellungen: Welches Produkt hat den höchsten Energiebedarf pro Teil? Welche Linie ist energieeffizienter bei gleichem Produkt? Sinkt kWh/Teil nach Prozessoptimierungen tatsächlich oder nur auf dem Papier?
CO₂/Teil ist die naheliegende Erweiterung von kWh/Teil. Die Berechnung folgt drei Schritten: Energieverbrauch je Energieträger bestimmen (Strom, Gas, Druckluft), je Energieträger einen Emissionsfaktor anwenden (g CO₂/kWh), Summe aller Emissionen durch die produzierten Teile teilen. CO₂/Teil ist damit der operative Einstieg in Scope-2-Berichterstattung und Kundenvorgaben zu Produktemissionen.
Mindestvoraussetzung sind Energiedaten auf Anlagen- oder Linienebene (Zählerstände in kWh, ggf. Gas und Druckluft), Produktionsdaten mit Auftragsbezug (produzierte Gut- und Gesamtmengen je Produkt und Schicht) sowie zeitliche Zuordnung damit Energie- und Produktionsmessung im gleichen Zeitraum liegen. Ohne saubere IDs und gemeinsame Zeitachse lassen sich beide Datenströme nicht verlässlich zusammenführen – das ist die häufigste Schwachstelle in der Praxis.
Ein MES verknüpft Energiedaten aus Zählern und IoT-Sensoren automatisch mit Auftrags- und Produktionsdaten und berechnet kWh/Teil und kWh/Gutteil je Linie, Produkt und Schicht laufend aktuell. Damit werden Energy KPIs von einer monatlichen Excel-Übung zu einer operativen Steuerungsgröße im Daily Management.
Kosten- und Margenanalyse durch Identifikation von Energiefressern je Produkt und Variante. Prozessoptimierung durch Vergleich von Prozessvarianten nicht nur über OEE sondern auch über kWh/Teil. Investitionsentscheidungen durch Bewertung neuer Anlagen über Energie- und CO₂-Effekte zusätzlich zu Capex. ESG-Nachweise gegenüber OEMs und für CSRD-Berichte. Lastmanagement durch Verknüpfung von Peaklasten mit konkreten Aufträgen.
Was ist der Unterschied zwischen kWh/Teil und kWh/Gutteil? kWh/Teil teilt den Gesamtenergieverbrauch durch alle produzierten Einheiten inklusive Ausschuss. kWh/Gutteil teilt durch die tatsächlich verwendbaren Einheiten – und macht damit den Energieverlust durch Qualitätsprobleme sichtbar. Wer nur kWh/Teil misst, kaschiert Qualitätsverluste im Energie-KPI.
Wie genau müssen Energiezähler sein? Für operative Steuerung reicht Linien- oder Bereichsebene mit guter zeitlicher Auflösung. Für CSRD-konforme Berichte und Kundenaudits sind höhere Granularität und nachweisbare Messketten wichtiger. Der pragmatische Einstieg ist kWh/Teil auf Linienebene – dann schrittweise verfeinern.
Können Energy KPIs auch ohne MES berechnet werden? Ja – aber manuell und mit erheblichem Aufwand. Ohne automatische Verknüpfung von Energie- und Produktionsdaten entstehen Excel-Übungen die zeitverzögert, fehleranfällig und schwer skalierbar sind. Sobald mehrere Linien oder Werke betrachtet werden, ist eine integrierte Lösung der einzig praktikable Weg.
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