OEE (Overall Equipment Effectiveness): Definition, Faktoren & Formeln
OEE einfach erklärt: Definition, Formel, Benchmarks & Praxisbeispiele. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Anlagen effizienter machen.
In der heutigen Fertigung ist die Zeit der unbegrenzten Planung vorbei. Wer Liefertermine halten will, muss Kapazitäten realistisch bewerten. Hier treffen zwei Konzepte aufeinander: Finite Scheduling und APS (Advanced Planning and Scheduling). Obwohl sie oft in einem Atemzug genannt werden, erfüllen sie unterschiedliche strategische Aufgaben im Unternehmen.
Finite Scheduling ist eine Methode der Feinplanung, die Fertigungsaufträge unter strikter Berücksichtigung der tatsächlichen Kapazitätsgrenzen terminiert. Im Gegensatz zum herkömmlichen Infinite Scheduling (unbegrenzte Planung), das oft in Standard-ERP-Systemen zu finden ist, geht Finite Scheduling davon aus, dass Ressourcen wie Maschinen, Personal und Werkzeuge nur begrenzt zur Verfügung stehen.
Finite Scheduling arbeitet „von unten nach oben“. Es betrachtet den Shopfloor in Echtzeit und stellt sicher, dass kein Auftrag eingeplant wird, für den keine freie Kapazität vorhanden ist. Dabei werden folgende Faktoren einbezogen:
Der größte Vorteil ist die Termintreue. Da nur das geplant wird, was machbar ist, sinkt die Fehlerquote bei Lieferzusagen massiv. Zudem werden Pufferzeiten reduziert und der „Work-in-Process“ (WIP) Bestand minimiert, da Aufträge nicht mehr unnötig lange vor blockierten Maschinen warten.
Während Finite Scheduling die Maschine im Blick hat, betrachtet APS die gesamte Wertschöpfungskette. Ein APS-System ist eine hochentwickelte Softwarelösung, die Material, Kapazität und Bedarf über mehrere Stufen und Standorte hinweg synchronisiert.
Standard-MRP-Läufe (Material Requirements Planning) in ERP-Systemen planen oft sequenziell: Zuerst der Bedarf, dann das Material, dann (vielleicht) die Kapazität. APS hingegen optimiert diese Faktoren simultan.
Um die richtige Softwarestrategie zu wählen, muss man die Grenzen verstehen:
| Merkmal | Finite Scheduling (Feinplanung) | APS (Advanced Planning) |
| Planungsebene | Operativ (Shopfloor) | Taktisch & Strategisch (Supply Chain) |
| Zeithorizont | Kurzfristig (Stunden bis Tage) | Mittel- bis Langfristig (Wochen bis Monate) |
| Komplexität | Fokus auf Reihenfolge & Rüstzeiten | Fokus auf Materialfluss & Netzwerk |
| Zielgruppe | Fertigungssteuerung / Leitstand | Produktionsplanung / SCM |
Die Planung ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie basiert. Hier kommt das MES (Manufacturing Execution System) ins Spiel. Ein APS-System liefert den optimalen Plan („Soll“), aber das MES meldet die Realität („Ist“) zurück.
Wenn Ihr Hauptproblem die tägliche Reihenfolge an den Maschinen und unzuverlässige Liefertermine sind, ist Finite Scheduling der erste Hebel. Wenn Sie jedoch komplexe Lieferketten, viele Varianten und Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Fertigungsstufen haben, ist ein APS-System unverzichtbar.
In der „Fabrik der Zukunft“ arbeiten beide Hand in Hand: Das APS gibt den Rahmen vor, und das Finite Scheduling (oft als Modul im MES) sorgt für die perfekte taktgenaue Umsetzung am Shopfloor.
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