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Layered Process Audit (LPA): Definition, Ablauf & Vorteile

Ein Layered Process Audit (LPA) ist ein strukturiertes Qualitätsmanagementsystem, bei dem Fertigungsprozesse auf mehreren Hierarchieebenen (Layers) regelmäßig überprüft werden. Im Gegensatz zu klassischen Systemaudits fokussiert sich das LPA auf die Einhaltung spezifischer Prozessstandards direkt am Ort der Wertschöpfung (Shopfloor).

Was ist ein Layered Process Audit?

Ein LPA ist ein kurzer, hochfrequenter Check, der sicherstellt, dass kritische Prozesskontrollen und Standardarbeitsanweisungen konsequent angewendet werden. Das Besondere: Nicht nur die Qualitätssicherung prüft, sondern Führungskräfte vom Teamleiter bis zur Werksleitung sind aktiv eingebunden.

Das Prinzip der „Layers“ (Schichten)

Das „Layered“ im Namen steht für die verschiedenen Organisationsebenen, die in unterschiedlichen Intervallen auditieren:

  • Layer 1 (Täglich): Teamleiter oder Schichtführer prüfen direkt in der Schicht.
  • Layer 2 (Wöchentlich): Abteilungsleiter oder Ingenieure auditieren bereichsübergreifend.
  • Layer 3 (Monatlich/Quartalsweise): Die Werksleitung oder das Top-Management führt Stichproben durch.

Warum sind LPAs im Qualitätsmanagement so wichtig?

LPAs dienen als Frühwarnsystem. Während herkömmliche Kennzahlen oft nur das Ergebnis (Ausschuss, Reklamationen) abbilden, messen LPAs die Prozessdisziplin.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Fehlerprävention: Abweichungen werden erkannt, bevor sie zu Kundenreklamationen führen.
  • Kulturwandel: Qualität wird zur Managementaufgabe, da Führungskräfte Präsenz am Shopfloor zeigen.
  • Standardisierung: Schichtunterschiede und „Sonderlösungen“ werden eliminiert.
  • Transparenz: Prozessrisiken werden durch messbare Daten (Go/No-Go) sichtbar.

Praxis: Wie sieht ein effizienter LPA-Ablauf aus?

Ein effektives Audit dauert meist nur 5 bis 10 Minuten. Der Fokus liegt auf "Critical-to-Quality"-Merkmalen.

  1. Beobachtung vor Ort: Der Auditor prüft den Prozessschritt live (keine Schreibtischprüfung).
  2. Binäre Checkliste: Fragen werden strikt mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet.
  3. Sofortmaßnahmen: Bei einer Abweichung wird direkt eine Korrektur eingeleitet und dokumentiert.
  4. Eskalation: Systematische Fehler fließen in den KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) ein.

Beispiele für effektive LPA-Fragen

Gute Fragen sind präzise und lassen keinen Interpretationsspielraum:

  • „Wird das Bauteil gemäß der aktuellen Prüfanweisung (Rev. B) mit der Lehre XY gemessen?“
  • „Sind die Parameter der Spritzgussmaschine innerhalb der vorgegebenen Toleranzgrenzen?“
  • „Ist der Behälter für Ausschussteile korrekt gekennzeichnet und nicht überfüllt?“

Wichtige Kennzahlen (KPIs) für das Reporting

Um den Erfolg der Layered Process Audits zu messen, sollten folgende KPIs getrackt werden:

  • Audit-Durchführungsquote: Wurden alle geplanten Audits pro Layer absolviert?
  • Erstbestandsrate (First-Pass-Rate): Wie hoch ist der Anteil der konformen Prozesse?
  • Maßnahmen-Abschlussrate: Wie schnell werden gefundene Abweichungen nachhaltig abgestellt?

Häufige Fehler bei der LPA-Einführung

Damit Ihr Layered Process Audit nicht zum reinen „Häkchensetzen“ verkommt, sollten Sie diese Fehler vermeiden:

  • Zu komplexe Checklisten: Mehr als 10 Fragen führen oft zu Oberflächlichkeit.
  • Mangelnde Konsequenz: Wenn Abweichungen ohne Maßnahmen bleiben, verliert das Tool seine Glaubwürdigkeit.
  • Delegation nach unten: Wenn das Management (Layer 3) seine Termine nicht wahrnimmt, signalisiert dies, dass Prozessdisziplin zweitrangig ist.

Fazit: LPA als Hebel für die OEE

Richtig implementiert, sind Layered Process Audits eines der mächtigsten Werkzeuge zur Stabilisierung der Fertigungsqualität und zur Steigerung der OEE (Overall Equipment Effectiveness). Sie verankern die Eigenverantwortung dort, wo die Qualität entsteht: direkt am Prozess.

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