Manufacturing Glossar zu OEE, MES & Produktion – SYMESTIC

Operations und Routing im MES: Definition, Aufbau und Funktion

Geschrieben von Symestic | Feb 25, 2026 1:21:59 PM

Routing definiert den Weg eines Produkts durch die Fertigung – welche Arbeitsschritte in welcher Reihenfolge durchlaufen werden. Operations sind die einzelnen ausführbaren Schritte innerhalb dieses Routings: Rüsten, Fräsen, Montieren, Prüfen, Verpacken.

Im MES bilden beide zusammen die digitale Abbildung des realen Produktionsprozesses. Ohne korrekt gepflegte Routings kann kein MES OEE berechnen, Traceability sicherstellen oder Auftragssteuerung durchführen.

Routing als Rückgrat der Fertigungssteuerung

Routing ist in modernen Fertigungsumgebungen kein statisches Dokument sondern ein dynamisches Steuerungsmodell. Abhängig von Produktvariante, Kundenauftrag, Linie oder Maschinentyp werden unterschiedliche Routings aktiv. Das MES entscheidet welches Routing gültig ist und führt den Auftrag Schritt für Schritt durch die Produktion – als Grundlage für Auftragssteuerung, WIP-Tracking, Qualitätsprüfungen, Rückverfolgbarkeit und OEE-Berechnung.

Operations als digitale Ausführungseinheiten

Eine Operation ist der kleinste steuerbare Produktionsschritt im MES. Sie kann Zielmaschine oder Linie, Sollzeit, Parameter-Set oder Rezeptur, Prüfregeln, Materialverbrauch sowie Freigaben enthalten. Durch Operations wird der Produktionsprozess maschinenlesbar – erst dadurch werden digitale Arbeitsanweisungen, Workflow-Automatisierung und lückenlose Prozessdokumentation möglich.

Routing, Variantenfertigung und Traceability

In variantenreicher Produktion erlaubt Routing dass unterschiedliche Produkte dieselben Ressourcen nutzen aber in unterschiedlicher Reihenfolge oder mit unterschiedlichen Prüfungen. Das MES wählt automatisch das passende Routing basierend auf Stückliste, Auftrag und Kundenanforderungen.

Da jede Operation im MES dokumentiert wird entsteht eine vollständige Prozesshistorie pro Produkt oder Charge – die direkte Grundlage für Device History Records, Batch Records, Rückrufanalysen und regulatorische Nachweise. Cloud-native MES-Architekturen wie die von SYMESTIC ermöglichen dabei zentral versionierte Routings die über mehrere Werke hinweg genutzt werden – neue Linien oder Standorte bauen auf bestehenden Strukturen auf ohne von vorne anzufangen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Routing und Arbeitsplan? Das Routing beschreibt die logische Reihenfolge der Schritte – wo ein Produkt läuft. Der Arbeitsplan ist die ausführbare Konkretisierung mit Zeiten, Ressourcen und Parametern – wie genau produziert wird. In der Praxis werden beide Begriffe oft synonym verwendet, im MES-Kontext ist die Unterscheidung für saubere Datenmodellierung relevant.

Können Routings für Varianten unterschiedlich sein? Ja – und das ist einer der zentralen Werte von MES-gestütztem Routing. Produktvarianten können identische Basisschritte teilen aber abweichende Prüfoperationen, Parametersätze oder Freigabeschritte haben. Das MES aktiviert automatisch die richtige Variante ohne manuellen Eingriff.

Was passiert wenn eine Operation nicht abgeschlossen wird? Im MES blockiert eine nicht abgeschlossene Operation den Fortschritt zum nächsten Schritt – je nach Konfiguration kann der Auftrag nicht weiterlaufen bis die Operation vollständig dokumentiert und freigegeben ist. Das ist der Mechanismus der sicherstellt dass Prüfungen nicht übersprungen werden.