Ich beschäftige mich seit 1989 mit einer Frage:
Wie macht man Produktionsprozesse messbar, steuerbar und besser? Damals als Consultant bei SAS, dann als Bereichsleiter Industrie bei STERIA, wo ich Prozessleitsysteme und Manufacturing Execution Systeme für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie verantwortete.
1999 habe ich SYMESTIC in Dossenheim bei Heidelberg gegründet.
Die Überzeugung war damals dieselbe wie heute: Produzierende Unternehmen brauchen Transparenz über das, was auf dem Shopfloor passiert. Ohne Echtzeitdaten bleiben Stillstände unsichtbar, Verluste werden geschätzt statt gemessen, und Entscheidungen basieren auf Bauchgefühl.
In den ersten Jahren haben wir klassische MES-Projekte umgesetzt – On-Premise, individuell konfiguriert.
Serverräume, lange Implementierungen, aufwendige Wartung. Das funktionierte, aber es war langsam und teuer. Besonders für mittelständische Unternehmen war der Einstieg in professionelle Produktionsdatenerfassung oft zu komplex und zu kostspielig.
Die strategische Entscheidung, die SYMESTIC verändert hat, fiel Mitte der 2010er Jahre.
Wir haben aufgehört, bestehende Software in die Cloud zu verschieben, und stattdessen von Grund auf eine neue Plattform entwickelt. Cloud-native, auf Microsoft Azure, mit Microservice-Architektur und API-first-Ansatz. Kein Lift-and-Shift, sondern ein Neuanfang.
Das Ergebnis: die SYMESTIC Cloud MES Plattform.
Heute in rund 20 Ländern auf fünf Kontinenten im Einsatz. Über 15.000 Maschinen sind angebunden – von Spritzgussmaschinen in der Automobilindustrie über CNC-Bearbeitungszentren in der Metallverarbeitung bis zu Verpackungslinien in der Lebensmittelindustrie. Die Plattform wird komplett aus eigener Kraft finanziert, ohne externe Investoren.
Was mich antreibt:
Ich habe in über drei Jahrzehnten hunderte Fertigungen von innen gesehen. Jedes Unternehmen glaubt, seine Produktion zu kennen. Aber fast jedes Mal, wenn wir die erste automatische Datenerfassung einschalten, zeigt sich ein anderes Bild als erwartet: Die Verfügbarkeit liegt niedriger, die Mikrostillstände sind häufiger, die Rüstzeiten länger als gedacht. Nicht weil die Mitarbeiter schlecht arbeiten, sondern weil ohne Daten die Wahrnehmung systematisch verzerrt ist.
Dieses Problem zu lösen – daran arbeite ich jeden Tag.
Stationen
Auszeichnung
Fachgebiete
SYMESTIC in Zahlen
Im SYMESTIC Blog
Ich schreibe über das, was ich aus der täglichen Arbeit mit produzierenden Unternehmen lerne: wie OEE in der Praxis funktioniert, warum die meisten MES-Projekte an der Implementierung scheitern und nicht an der Software, und was den Unterschied macht zwischen Unternehmen, die Daten erfassen, und solchen, die damit ihre Fertigung verbessern.