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Arbeitsplan in der Fertigung: Definition, Aufbau und Rolle im MES

Ein Arbeitsplan beschreibt die vollständige Abfolge aller Arbeitsschritte die notwendig sind um ein Produkt herzustellen. Er definiert wie ein Auftrag durch die Fertigung läuft und welche Ressourcen dabei genutzt werden. Im MES ist der Arbeitsplan die operative Grundlage für Auftragsausführung, OEE-Berechnung, Qualitätssicherung und Traceability.

Ein Arbeitsplan enthält typischerweise die einzelnen Produktionsschritte und ihre Reihenfolge, die zugeordneten Maschinen oder Linien, Sollzeiten und Takte, Verweise auf Parameter oder Rezepturen sowie Prüf- und Freigabepunkte.


Arbeitsplan vs. Routing: Was der Unterschied ist

Das Routing beschreibt den logischen Weg eines Produkts durch die Fertigung – wo es läuft. Der Arbeitsplan ist die konkrete, ausführbare Version dieses Routings mit Zeiten, Ressourcen und Parametern – wie genau es produziert wird. Beide Konzepte bauen aufeinander auf: Das Routing gibt die Struktur, der Arbeitsplan füllt sie mit ausführbaren Inhalten.


Rolle des Arbeitsplans im MES

Im MES steuert der Arbeitsplan welche Maschine einen Auftrag bearbeiten darf, welche Parameter oder Rezepte geladen werden, welche Prüfungen durchgeführt werden müssen, wann ein Schritt als abgeschlossen gilt und wann der nächste Prozessschritt startet. Ohne saubere Arbeitspläne ist keine stabile, reproduzierbare Produktionssteuerung möglich.

In High-Mix- und Make-to-Order-Umgebungen mit hunderten oder tausenden Varianten wählt das MES automatisch den richtigen Arbeitsplan basierend auf Produkt, Variante, Kunde, Linie und regulatorischen Vorgaben – ohne manuelle Eingriffe.


Qualitätssicherung direkt im Arbeitsplan

Arbeitspläne verankern Qualität im Prozess statt am Ende: definierte Prüfoperationen, Pflichtfreigaben, Parametervorgaben und automatische Abweichungserkennung sind direkte Bestandteile des Arbeitsplans. Fehler werden damit nicht bei der Endkontrolle entdeckt, sondern im Prozess verhindert – was Ausschuss und Nacharbeit strukturell reduziert.


FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsplan und Stückliste? Die Stückliste definiert was ein Produkt benötigt – Materialien und Komponenten. Der Arbeitsplan definiert wie es hergestellt wird – Schritte, Reihenfolge, Ressourcen und Parameter. Beide zusammen bilden im MES die vollständige Produktionsvorgabe: die Stückliste liefert die Materialien, der Arbeitsplan die Prozesslogik.

Können Arbeitspläne versioniert werden? Ja – und das ist für Audit-Fähigkeit und Rückverfolgbarkeit zwingend erforderlich. Jede Änderung an einem Arbeitsplan muss als neue Revision gespeichert werden damit nachvollziehbar ist welche Version für eine bestimmte Charge aktiv war. Das ist der direkte Schnittpunkt zwischen Arbeitsplan und Versionsmanagement.

Was passiert wenn kein Arbeitsplan für ein Produkt hinterlegt ist? Ohne Arbeitsplan kann das MES den Auftrag nicht strukturiert steuern – Prüfungen werden nicht erzwungen, Parameter nicht geladen, Schritte nicht dokumentiert. Das Ergebnis ist eine nicht nachvollziehbare Produktion ohne belastbare Qualitätsnachweise. In regulierten Branchen ist das nicht tolerierbar, in nicht regulierten führt es zu unnötigen Qualitätsrisiken.

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