OEE (Overall Equipment Effectiveness): Definition, Faktoren & Formeln
OEE einfach erklärt: Definition, Formel, Benchmarks & Praxisbeispiele. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Anlagen effizienter machen.
Ein composable MES (cMES) ist ein modular aufgebautes Manufacturing Execution System, das nicht als monolithische Komplettlösung kommt, sondern aus kombinierbaren Funktionsbausteinen – Apps oder Services – besteht. Statt „ein MES für alles" werden passende Module für konkrete Use Cases zusammengestellt, die über ein gemeinsames Datenmodell und offene Schnittstellen zusammenarbeiten.
Klassische MES-Generationen sind monolithisch, schwer anpassbar, langsam einzuführen und teuer im Betrieb. Mit steigender Variantenvielfalt, neuer Regulatorik und dem Druck zu schneller Digitalisierung wächst der Bedarf an Plattformen, die klein starten, schnell Mehrwert liefern und sich laufend anpassen lassen – ohne das Gesamtsystem zu gefährden.
Modulare Apps und Services: Eigenständige Module für Auftragssteuerung, Downtime-Monitoring, Qualitätschecks, Traceability oder elektronische Batch Records – unabhängig ergänzbar, ersetzbar oder entfernbar.
Gemeinsames Datenmodell: Einheitliche Definition von Aufträgen, Maschinen, Produkten und Events als Basis für alle Module und Werke.
Cloud-native Architektur: Microservices, Container, APIs und Event-Streaming – skalierbar über Standorte, oft als SaaS oder Hybrid.
No-Code / Low-Code-Konfiguration: Prozessverantwortliche können Apps anpassen, ohne jede Änderung zu programmieren.
Offene Schnittstellen: API-zentriert (REST, OPC UA, MQTT) – integrierbar mit ERP, LIMS, CMMS und Data Lakes.
| Klassisches MES | Composable MES | |
|---|---|---|
| Struktur | Monolith | Baukasten aus Apps/Services |
| Einführung | Big Bang, top-down | Schrittweise, Use-Case-getrieben |
| Anpassung | Customizing-Projekt | Konfiguration, Low-Code |
| Updates | Betreffen das Gesamtsystem | Auf Modul-Ebene |
| Time-to-Value | Monate bis Jahre | Wochen |
Fachlich deckt cMES dieselben Kernaufgaben ab wie klassische Funktionsmodelle (z.B. MESA-11) – der Unterschied liegt in Architektur und Granularität.
Composable klingt attraktiv, hat aber Fallstricke: Ohne zentrales Datenmodell und klare Governance entstehen neue Inselsysteme – nur moderner verpackt. No-Code bedeutet nicht No-Design. Und proprietäre Low-Code-Plattformen können genauso abhängig machen wie klassische MES.
Ist cMES nur ein Buzzword für „modulares MES"? Teilweise. Der reale Unterschied liegt darin, ob eine echte app-basierte Architektur mit gemeinsamem Datenmodell und offenem API-Ökosystem vorliegt – oder nur ein modularer Monolith im neuen Kleid.
Ersetzt cMES Standards wie MESA-11 oder ISA-95? Nein. cMES adressiert die Architektur-Frage. Die fachlichen Funktionen orientieren sich weiterhin an etablierten Modellen – sie werden nur anders gekapselt und bereitgestellt.
Für wen lohnt sich cMES? Für Unternehmen mit mehreren Werken und unterschiedlichen Anforderungen, die schnell und iterativ digitalisieren wollen – und bereit sind, eine Plattform- und Governance-Denke aufzubauen.
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