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MDM in der Produktion – Stammdaten richtig steuern

Was bedeutet Master Data Management (MDM)?

Master Data Management (MDM) bezeichnet die systematische Pflege, Harmonisierung und Governance von Stammdaten, die für den Betrieb einer Fertigung entscheidend sind. In der Produktion umfasst das unter anderem Produkte, Materialien, Stücklisten, Maschinen, Linien, Arbeitsplätze, Kunden, Lieferanten und Qualitätsmerkmale.

Diese Stammdaten bilden das Rückgrat aller operativen Systeme. Planung, Produktion, Qualität, Logistik und Analytics greifen auf dieselben Grunddaten zu. Sind sie inkonsistent, entstehen Fehler, falsche Kennzahlen und ineffiziente Prozesse.

Warum MDM in der Fertigung kritisch ist

In Produktionsunternehmen existieren Stammdaten oft parallel in ERP, MES, PLM, QMS und weiteren Systemen. Ohne MDM entstehen widersprüchliche Definitionen desselben Objekts. Ein Produkt kann in verschiedenen Systemen unterschiedliche Versionen, Namen oder Stücklisten haben. Das führt zu:

  • falschen Materialbedarfen

  • fehlerhaften Arbeitsplänen

  • unzuverlässiger Traceability

  • nicht vergleichbaren KPIs

MDM sorgt dafür, dass es eine verlässliche Quelle pro Datentyp gibt und dass Änderungen kontrolliert und synchronisiert werden.

Welche Stammdaten gehören zum MDM in der Produktion?

Im industriellen Kontext umfasst Master Data Management typischerweise:

  • Produkte und Varianten

  • Stücklisten (BOM)

  • Arbeitspläne und Routings

  • Maschinen, Linien und Assets

  • Prüfmerkmale und Qualitätsgrenzen

  • Kunden- und Lieferantencodes

Diese Daten ändern sich nicht ständig, steuern aber jede einzelne Produktionsausführung.

MDM als Basis für Digital Manufacturing

Digitale Fertigungssysteme wie Produktionsplanung, MES, Qualitätssysteme und Analytics funktionieren nur dann zuverlässig, wenn sie auf konsistenten Stammdaten aufsetzen. MDM stellt sicher, dass alle Systeme mit denselben Definitionen arbeiten. Dadurch werden OEE, Durchsatz, Scrap und Kosten vergleichbar und steuerbar.

MDM und Change Management

Stammdaten dürfen nicht unkontrolliert geändert werden. MDM ist eng mit Versionsmanagement und Genehmigungsprozessen verbunden. Neue Produkte, Stücklisten oder Arbeitspläne durchlaufen definierte Freigaben, bevor sie produktiv genutzt werden.

Geschäftlicher Nutzen von MDM

Ein professionelles Master Data Management führt zu:

  • stabileren Produktionsprozessen

  • weniger Fehlern in Planung und Ausführung

  • konsistenter Traceability

  • verlässlichen KPIs

  • geringeren Integrationskosten zwischen Systemen

MDM ist damit eine der wichtigsten Grundlagen für Industrie 4.0, Digital Shopfloor und Manufacturing Excellence.

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