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PPS-System: Definition, Funktionen & Praxis 2026

PPS-System: Definition, Funktionen & Praxis 2026
Von Martin Brandel · Zuletzt aktualisiert: April 2026

TL;DR: Ein PPS-System (Produktionsplanungs- und -steuerungssystem) koordiniert Material, Maschinen und Personal zu realisierbaren Produktionsplänen. Es plant Aufträge, terminiert Ressourcen und meldet Ist-Daten zurück. Erst in Kombination mit einem Cloud-MES entsteht der geschlossene Regelkreis zwischen Planung und Shopfloor-Realität – mit messbarer OEE-Verbesserung ab dem ersten Echtzeit-Dashboard.

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein PPS-System?
  2. Welche Ziele verfolgt ein PPS-System?
  3. Welche Funktionen hat ein PPS-System?
  4. Welche Stammdaten braucht ein PPS-System?
  5. Was unterscheidet PPS von ERP?
  6. Was unterscheidet PPS von MES?
  7. Wie sieht ein PPS-System in der Praxis aus?
  8. Welche KPIs liefert ein PPS-System?
  9. Wo stoßen klassische PPS-Systeme an Grenzen?
  10. Wie ergänzt ein Cloud-MES das PPS-System?
  11. Worauf achten bei der PPS-Auswahl?
  12. Wie führt man ein PPS-System ein?
  13. Was kostet ein PPS-System?
  14. FAQ

Was ist ein PPS-System?

Ein PPS-System (Produktionsplanungs- und -steuerungssystem) ist eine Software, die Bedarfe, Kapazitäten, Material, Personal und Aufträge zu realisierbaren Produktionsplänen konsolidiert, deren Ausführung steuert und Ist-Daten für Termin-, Kosten- und Bestandsziele zurückmeldet. Es ist das operative Rückgrat der Fertigungsplanung in Industrie und Mittelstand.

Ein modernes PPS-System arbeitet eng mit MES-Lösungen, OEE-Kennzahlen und Shopfloor-Management-Tools zusammen, um Produktionspläne nicht nur zu erstellen, sondern deren Umsetzung auf dem Fertigungsboden in Echtzeit zu überwachen.

Kurz gesagt: Das PPS-System sorgt dafür, dass zur richtigen Zeit das richtige Produkt mit minimalem Aufwand gefertigt wird. Es plant das Was, Wann und Womit – für das Wie auf dem Shopfloor braucht es ein MES.


Welche Ziele verfolgt ein PPS-System?

Ein PPS-System verfolgt fünf Kernziele: Termintreue durch realistische Planung, kurze Durchlaufzeiten durch optimierte Reihenfolgen, niedrige Bestände ohne Engpässe, hohe Ressourcenauslastung und Kostenreduktion über alle Fertigungsstufen. Ergebnis: planbare, transparente und kosteneffiziente Produktion.

  1. Termintreue: Einhaltung zugesagter Liefertermine durch realistische Planung und laufende Kontrolle. In der Serienfertigung liegt der Zielwert bei >98 %.
  2. Kurze Durchlaufzeiten: Minimierung von Liege-, Rüst- und Wartezeiten durch optimierte Reihenfolgenplanung. Weniger WIP bedeutet schnellere Aufträge.
  3. Bestandsoptimierung: Reduzierung von Lager- und Umlaufbeständen ohne Materialengpässe. Jeder Bestandstag bindet Kapital.
  4. Hohe Ressourcenauslastung: Gleichmäßige Auslastung von Maschinen, Werkzeugen und Personal – ohne Überlast und ohne Leerlauf.
  5. Kostenreduktion: Effizienzsteigerung in allen Fertigungsstufen zur Senkung von Produktions- und Verwaltungskosten.

Praxis-Erkenntnis: Die meisten Unternehmen starten PPS-Projekte wegen Termintreue – erreichen die größten Einsparungen aber bei der Bestandsoptimierung. Der Grund: Erst mit Echtzeit-Rückmeldungen vom Shopfloor werden Überbestände als Symptom schlechter Planungsqualität sichtbar.


Welche Funktionen hat ein PPS-System?

Ein PPS-System deckt den gesamten Produktionsprozess ab: Produktionsprogrammplanung, Materialbedarfsplanung (MRP), Zeit- und Kapazitätsplanung, Auftragsfreigabe und -steuerung sowie Auftragsüberwachung mit Rückmeldung. Diese fünf Kernfunktionen bilden einen geschlossenen Regelkreis.

1. Produktionsprogrammplanung

Ermittelt, was und wann produziert werden soll – basierend auf Aufträgen, Prognosen und Lagerbeständen. Sie definiert Produktionsmengen, -zeiträume und -reihenfolgen.

2. Materialbedarfsplanung (MRP)

Berechnet, welche Materialien und Komponenten benötigt werden, und stellt deren rechtzeitige Verfügbarkeit sicher. Ziel: keine Engpässe, keine Überbestände.

3. Zeit- und Kapazitätsplanung

Analysiert Maschinen-, Personal- und Schichtkapazitäten. Plant Aufträge so, dass Ressourcen optimal genutzt und Engpässe früh erkannt werden.

4. Auftragsfreigabe und -steuerung

Setzt Produktionsaufträge in die operative Ausführung um. Weist Arbeitsplätze, Maschinen und Mitarbeiter zu und überwacht den Fertigungsfortschritt.

5. Auftragsüberwachung und Rückmeldung

Erfasst Ist-Daten aus der Fertigung (BDE/MDE). Diese Rückmeldungen dienen zur Kontrolle von Terminen, Qualität und Stückzahlen – Grundlage für Soll-Ist-Vergleiche und Nachkalkulation.

Zusammengefasst: Das PPS-System verbindet Planung, Steuerung und Kontrolle zu einem geschlossenen Regelkreis. Ohne Echtzeit-Rückmeldung vom Shopfloor bleibt dieser Regelkreis allerdings offen – genau hier setzt ein Cloud-MES an.


Welche Stammdaten braucht ein PPS-System?

Ein PPS-System benötigt sechs Stammaten-Kategorien für zuverlässige Planung: Artikelstammdaten, Stücklisten, Arbeitspläne, Ressourcendaten, Kalender/Schichtmodelle und Kunden-/Lieferantendaten. Die Qualität dieser Daten bestimmt die Qualität jedes Produktionsplans.

Wichtige Stammdaten im PPS-System

  1. Artikelstammdaten: Informationen zu End- und Zwischenprodukten, Materialien und Komponenten (Nummer, Bezeichnung, Maßeinheit, Lagerort).
  2. Stücklisten: Strukturieren, aus welchen Teilen ein Produkt besteht. Basis für Materialbedarfsplanung und Produktionsaufträge.
  3. Arbeitspläne: Beschreiben die einzelnen Arbeitsschritte mit Zeiten, Kosten und zugeordneten Arbeitsplätzen.
  4. Ressourcendaten: Maschinen, Anlagen, Werkzeuge, Personal und deren verfügbare Kapazitäten.
  5. Kalender und Schichtmodelle: Definieren Arbeitszeiten, Feiertage und Wartungsfenster.
  6. Kunden- und Lieferantendaten: Dienen der Auftragsverknüpfung und Terminplanung.

Datenfluss: Von der Planung bis zur Rückmeldung

  1. Auftragseingang: Ein Kundenauftrag löst die Bedarfsermittlung aus.
  2. Planung: Das PPS berechnet Material- und Kapazitätsbedarf, erstellt Produktionsaufträge.
  3. Steuerung: Aufträge werden an Maschinen und Personal verteilt.
  4. Erfassung: Betriebs- und Maschinendaten (BDE/MDE) melden Ist-Zeiten, Mengen und Störungen zurück.
  5. Analyse: Das System vergleicht Soll- und Ist-Daten, optimiert Folgeaufträge und liefert Kennzahlen.

Ergebnis: Ein sauber gepflegter Datenfluss zwischen Planung, Ausführung und Rückmeldung sorgt für aktuelle Transparenz, fundierte Entscheidungen und stabile Prozesse. Bei Schmiedetechnik Plettenberg wurde genau dieser Datenfluss durch die nahtlose Integration zwischen dem ERP InforCOM und SYMESTIC automatisiert – manuelle Zwischenschritte entfallen komplett.


Was unterscheidet PPS von ERP?

Ein PPS-System plant und steuert die Fertigung operativ und tagesaktuell. Ein ERP-System steuert das gesamte Unternehmen strategisch – von Finanzen über Personal bis Vertrieb. In der Praxis ist das PPS-Modul oft Teil eines ERP-Systems.

Aspekt PPS-System ERP-System
Fokus Produktionsplanung und -steuerung Gesamtunternehmenssteuerung
Umfang Material, Kapazitäten, Aufträge, Rückmeldungen Finanzen, Personal, Einkauf, Vertrieb, Lager, Produktion
Zeithorizont Operativ (kurzfristig, tagesaktuell) Strategisch (mittelfristig bis langfristig)
Detailtiefe Sehr hoch in Produktionsprozessen Breiter, aber weniger detailliert in der Fertigung
Datenquelle Stücklisten, Arbeitspläne, Maschinen- und Auftragsdaten Unternehmensweite Datenbank
Ziel Effiziente Fertigungssteuerung Ganzheitliche Unternehmensplanung

Beispiel: Das ERP-System übergibt Kundenaufträge an das PPS. Dieses plant die Produktion, terminiert Ressourcen und meldet Fertigmeldungen, Ausschuss oder Verzögerungen zurück. Bei Meleghy Automotive geschieht dies über eine bidirektionale Anbindung an SAP R3 über ABAP IDoc – Maschinenzyklen werden direkt auf Fertigungsaufträge gemappt und alle Daten automatisch ins ERP zurückgespielt.

Fazit: PPS und ERP ergänzen sich. Das ERP sorgt für Transparenz über das gesamte Unternehmen, das PPS für maximale Effizienz in der Produktion. Die Kombination beider Systeme bildet die Basis einer integrierten digitalen Wertschöpfungskette.


Was unterscheidet PPS von MES?

Das PPS plant was, wann und womit produziert werden soll. Das MES (Manufacturing Execution System) sorgt dafür, wie diese Planung auf dem Shopfloor tatsächlich umgesetzt wird – in Echtzeit. Zusammen schließen sie den Regelkreis zwischen Planung und Ausführung.

Aspekt PPS-System MES-System
Ebene Planungsebene Ausführungsebene (Shopfloor)
Ziel Erstellung realistischer Produktionspläne Überwachung und Steuerung der laufenden Fertigung
Zeithorizont Kurz- bis mittelfristig Echtzeit
Fokus Material-, Kapazitäts- und Terminplanung Prozessdaten, Maschinenzustände, Qualität
Datenfluss Übergibt Produktionsaufträge (Soll-Daten) Meldet Produktionsfortschritt und Ist-Daten zurück
Beispiele Auftragsplanung, Reihenfolgenoptimierung OEE, Stillstandsanalysen, Alarmmanagement

Das Zusammenspiel beider Systeme schließt den Regelkreis zwischen Planung und Ausführung:

  • Das PPS erstellt Produktionsaufträge auf Basis von Kapazitäten und Material.
  • Das MES erfasst in Echtzeit, was tatsächlich geschieht – Stillstände, Ausschuss, Leistung und Qualität.
  • Diese Rückmeldungen fließen zurück ins PPS, wodurch Planung und Realität laufend abgeglichen werden.

SYMESTIC Cloud-MES als PPS-Ergänzung

Das cloud-native MES von SYMESTIC erweitert klassische PPS-Systeme um Echtzeit-Transparenz, OEE-Analysen und automatische Prozessdatenerfassung. Es kommuniziert über OPC UA und REST API direkt mit bestehenden PPS- oder ERP-Systemen. Über 15.000 Anlagen sind aktuell in 18 Ländern angebunden.

SYMESTIC Dashboard mit Produktionskennzahlen und OEE-Werten

Beispiel: Ein PPS plant 2.000 Einheiten für Linie A. Das MES misst in Echtzeit Leistung, Stillstände und Ausschuss, berechnet den OEE und gibt Planabweichungen automatisch zurück. Ergebnis: schnellere Reaktion, höhere Produktivität, stabilere Liefertermine.


Wie sieht ein PPS-System in der Praxis aus? – Schmiedetechnik Plettenberg

Schmiedetechnik Plettenberg zeigt exemplarisch, wie ein PPS-System erst in Kombination mit Echtzeit-Shopfloor-Daten seinen vollen Nutzen entfaltet. Der metallverarbeitende Betrieb setzte bereits das ERP InforCOM für die Fertigungsplanung ein – aber die Verbindung zwischen Planung und tatsächlicher Ausführung war nicht konsistent.

Ausgangssituation

Produktionsdaten wurden überwiegend manuell erfasst. Maschinenzustände waren nur begrenzt sichtbar. Abweichungen zwischen Planvorgaben und tatsächlicher Fertigung wurden oft erst im Nachgang erkannt. Stillstände, Leistungsunterschiede und Qualitätsprobleme konnten nicht rechtzeitig analysiert werden. Obwohl InforCOM als ERP-System die Auftragswelt sauber abbildete, fehlte eine präzise und zeitnahe Rückmeldung vom Shopfloor.

Lösung: SYMESTIC als Bindeglied zwischen PPS/ERP und Shopfloor

Die Einführung begann direkt in der Fertigung. In einem praxisorientierten Workshop wurde die erste Maschine angebunden, Datenpunkte definiert und Dashboards live konfiguriert. Die ERP-Integration stellte sicher: Sobald ein Fertigungsauftrag in InforCOM freigegeben wird, stehen alle relevanten Arbeitsgänge, Maschineninformationen und Zeitdaten automatisch in SYMESTIC bereit. Während der Produktion fließen sämtliche Rückmeldungen – Mengen, Zeiten, Stillstände, Statusinformationen – direkt zurück ins ERP.

Ergebnisse

  • Echtzeittransparenz über Maschinen, Schichten und Aufträge
  • Weniger Stillstände durch schnellere Ursachenanalyse
  • Höhere Prozesssicherheit durch konsistente und automatisierte Rückmeldungen
  • Effizientere Abstimmungen und Schichtwechsel durch gemeinsame Datenbasis
  • Nachvollziehbare Produktionshistorie für Qualität, Planung und Steuerung
„SYMESTIC verschafft uns eine durchgängige Echtzeittransparenz, die wir in dieser Form vorher nicht hatten. Dadurch können wir schneller eingreifen, unsere Prozesse deutlich stabiler steuern und den täglichen Betrieb spürbar vereinfachen."
— Thorsten Manns, Technischer Leiter bei Schmiedetechnik Plettenberg
 

Welche KPIs liefert ein PPS-System?

Ein PPS-System liefert Planungs-, Effizienz- und Kosten-KPIs zur messbaren Steuerung der Produktion: Termintreue, Durchlaufzeit, Kapazitätsauslastung, Bestandsreichweite und Planerfüllungsgrad. Diese Kennzahlen bilden die Grundlage für datenbasierte Entscheidungen und kontinuierliche Verbesserung.

Planungs-KPIs

  1. Termintreue (%) – Anteil pünktlich abgeschlossener Aufträge. Serienfertigung: Ziel >98 %. Hochvariante Fertigung: 85–90 %.
    Formel: (Pünktlich abgeschlossene Aufträge ÷ Gesamtaufträge) × 100
  2. Planerfüllungsgrad (%) – Anteil der Produktionsaufträge, die gemäß Planmenge und -zeit abgeschlossen wurden.
  3. Durchlaufzeit (h/Tage) – Zeit vom Auftragsstart bis Fertigstellung. Maß für Prozessgeschwindigkeit und Planungseffizienz.

Effizienz-KPIs

  1. Kapazitätsauslastung (%) – Verhältnis geplanter zu verfügbarer Maschinen-/Personalkapazität. Ziel: hohe, gleichmäßige Auslastung ohne Überlast.
  2. WIP (Work in Progress) – Menge aktuell in Bearbeitung befindlicher Aufträge. Niedrige Werte ermöglichen kürzere Durchlaufzeiten.
  3. Rüstzeiten/Rüsthäufigkeit – Direkter Effizienzindikator bei Losgrößenoptimierung.
  4. Nacharbeitsquote (%) – Anteil nachzuarbeitender Einheiten. Indikator für Prozessqualität.
  5. Produktivität – Output pro Zeiteinheit/Ressource.

Kosten-KPIs

  1. Bestandsreichweite (Tage) – Aktueller Lagerbestand ÷ durchschnittlicher Tagesverbrauch. Hohe Werte = Kapitalbindung, niedrige Werte = Engpassrisiko.
  2. Lagerumschlagshäufigkeit – Kapitaleffizienz des gebundenen Materials.
  3. Fehlmengenkosten (€) – Monetäre Bewertung nicht gedeckter Bedarfe.
  4. Lieferfähigkeit (%) – Anteil sofort aus Lager erfüllbarer Kundenaufträge.

Verknüpfung mit MES und OEE

PPS liefert Planungs- und Steuerungskennzahlen. Das MES erfasst Maschinensignale in Echtzeit und ergänzt um OEE aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. Bei Meleghy Automotive führte diese Verknüpfung zu 10 % weniger Stillstandszeiten, 7 % höherer Ausbringung und 5 % besserer Verfügbarkeit – gemessen über sechs Werke in sechs Monaten.

 

Wo stoßen klassische PPS-Systeme an Grenzen?

Klassische PPS-Systeme stoßen an sieben typische Grenzen: fehlende Echtzeitdaten, starre Planungslogik, keine Shopfloor-Anbindung, hoher Stammdaten-Pflegeaufwand, begrenzte Ursachenanalyse, langwierige Implementierung und fehlende Cloud-Skalierbarkeit. Erst die Ergänzung mit einem Cloud-MES schließt diese Lücken.

  1. Mangelnde Echtzeitfähigkeit – PPS-Systeme arbeiten häufig mit zeitverzögerten Daten. Maschinenausfälle oder Qualitätsprobleme werden zu spät erkannt.
  2. Starre Planungslogik – Viele Systeme basieren auf festen Regelwerken oder Batch-Läufen. Kurzfristige Änderungen im Auftragseingang lassen sich schwer einplanen.
  3. Fehlende Shopfloor-Integration – Ohne direkte Anbindung an Maschinen- und Prozessdaten fehlt der Echtzeitbezug. Entscheidungen basieren auf veralteten Informationen.
  4. Hoher Pflegeaufwand für Stammdaten – Artikel, Stücklisten und Arbeitspläne müssen laufend aktualisiert werden – oft manuell. Genau dieses Problem beschrieb Schmiedetechnik Plettenberg als zentralen Schmerzpunkt vor der Einführung von SYMESTIC.
  5. Begrenzte Transparenz über Ursachen – PPS-Systeme liefern Planabweichungen, aber keine Ursachenanalyse. Dafür braucht es MES-Daten: Stillstandsgründe, OEE-Werte, Prozessparameter.
  6. Langwierige Implementierungen – On-Premise-Systeme erfordern oft 12–18 Monate Einführungszeit, komplexe IT-Infrastruktur und hohe Investitionskosten.
  7. Fehlende Skalierbarkeit – Klassische PPS-Software ist selten cloudfähig oder für globale Fertigungsnetzwerke geeignet.

Die Konsequenz: Ohne Echtzeitintegration und Automatisierung bleibt das PPS ein reines Planungssystem – wertvoll, aber limitiert. Carcoustics hat diese Limitierung adressiert: Durch den Rollout von SYMESTIC auf 500+ Anlagen in allen Werken innerhalb von 6 Monaten entstand eine durchgängige, datengestützte Steuerung – mit 4 % weniger Stillstandszeiten und 8 % besserer Verfügbarkeit.


Wie ergänzt ein Cloud-MES das PPS-System?

Ein Cloud-MES schließt die Lücke zwischen PPS-Planung und Shopfloor-Realität durch sechs Funktionen: Echtzeit-Transparenz, OEE-Analysen, Alarm- und Ereignismanagement, Prozessdatenüberwachung, automatische Datenintegration mit PPS/ERP und standortunabhängige Skalierbarkeit.

  1. Echtzeit-Transparenz – Alle Maschinen-, Auftrags- und Prozessdaten werden automatisch erfasst und live visualisiert. Abweichungen zwischen Plan und Realität sind sofort sichtbar.
  2. OEE-Analysen – Das Cloud-MES berechnet kontinuierlich OEE-Werte aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. Engpässe und Stillstandsursachen werden messbar.
  3. Alarm- und Ereignismanagement – Störungen, Qualitätsabweichungen oder Materialmangel werden automatisch erkannt und über Dashboards oder Benachrichtigungen gemeldet.
  4. Prozessdatenüberwachung – Sensor- und Maschinendaten werden in Echtzeit erfasst, analysiert und mit Sollwerten abgeglichen.
  5. Datenintegration mit PPS und ERP – Produktionsaufträge, Rückmeldungen und Qualitätsdaten fließen automatisch zwischen PPS, MES und ERP. Kein Medienbruch, keine manuelle Doppelerfassung.
  6. Skalierbarkeit und Standortunabhängigkeit – Als Cloud-Lösung ohne lokale Serverinfrastruktur nutzbar – schnell implementierbar, wartungsarm und jederzeit erweiterbar.

SYMESTIC Cloud-MES: Zahlen aus der Praxis

Das SYMESTIC Cloud-MES ist innerhalb weniger Stunden einsatzbereit und kommuniziert über OPC UA und REST API direkt mit bestehenden PPS- oder ERP-Systemen (SAP, Microsoft, proAlpha, Infor u. a.).

Kennzahl Wert
Angebundene Anlagen > 15.000
Länder 18
MES-Erfahrung 25 Jahre
Implementierungszeit Produktionskennzahlen < 1 Monat (10 Maschinen)
Implementierungszeit MES < 6 Monate
Kundenabwanderungsrate 2024 0 %

Worauf achten bei der PPS-Auswahl?

Bei der Auswahl zählt Passgenauigkeit: Branchenfokus, Unternehmensgröße, Integrationsfähigkeit (offene Schnittstellen zu ERP, MES, WMS, QMS), Benutzerfreundlichkeit, Datenqualität, Kostenstruktur und Anbieterstabilität. Ein PPS-System sollte nie isoliert, sondern als Teil einer integrierten Digitalarchitektur betrachtet werden.

  1. Branchenfokus: Funktionen für diskrete, Serien- oder Prozessfertigung. SYMESTIC-Kunden kommen aus Automotive, Metallverarbeitung, Pharma, Lebensmittel und Kunststoff – jeweils mit branchenspezifischen Anforderungen.
  2. Unternehmensgröße: Modularität und Skalierbarkeit. Klocke startete an einer Linie und skalierte in 3 Wochen auf alle Linien am Standort. Meleghy Automotive rollte in 6 Monaten auf 6 Werke aus.
  3. Integration: Offene Schnittstellen (OPC UA, REST API) zu ERP, MES, WMS, QMS. Bidirektionale ERP-Anbindung (SAP, Infor, Navision) ist Pflicht.
  4. Benutzerfreundlichkeit: Intuitive Bedienung, geringe Schulungszeiten. Ziel: Key User können nach dem Onboarding eigenständig neue Anlagen anbinden und Dashboards konfigurieren.
  5. Datenqualität: Stabile Stammdatenverwaltung und Schnittstellenvalidierung.
  6. Kostenstruktur: Lizenz vs. SaaS, Implementierung, Support. Cloud-Modelle (Flat-Rate pro Werk) reduzieren das Anfangsrisiko.
  7. Anbieterstabilität: Referenzen, Update-Frequenz, lokaler Support.

Wie führt man ein PPS-System ein?

Eine erfolgreiche PPS-Implementierung folgt sieben Phasen: Anforderungsanalyse, Systemauswahl, Projektplanung, Datenmigration, Schulung und Tests, Go-Live und kontinuierliche Verbesserung. Der häufigste Fehler: zu viel Scope in Phase 1 statt schneller erster Ergebnisse.

  1. Anforderungsanalyse: Prozesse dokumentieren, Ziele definieren. Welche Engpässe sollen gelöst werden?
  2. Systemauswahl: Anbieter vergleichen, Referenzen prüfen, Proof of Concept (PoC) durchführen. Neoperl startete mit einem 4-wöchigen PoC an einer Anlage zur ROI-Validierung.
  3. Projektplanung: Zeitrahmen, Rollen, Meilensteine festlegen.
  4. Datenmigration: Stücklisten, Arbeitspläne, Artikel prüfen und bereinigen. Datenqualität entscheidet über Planungsqualität.
  5. Schulung & Tests: Key-User trainieren, Pilotläufe durchführen. Bei SYMESTIC umfasst das Onboarding 8–12 Stunden je nach Paket.
  6. Go-Live: Schrittweise Umstellung oder Big-Bang. Klocke ging in 3 Wochen von einer Linie auf alle Linien am Standort live.
  7. Kontinuierliche Verbesserung: Kennzahlen auswerten, Prozesse nachjustieren. Das Customer-Success-Team begleitet diesen Prozess – bei Bedarf mit 12–20 Stunden Kundenbetreuung pro Vertragsjahr.

Was kostet ein PPS-System?

Die Kosten variieren je nach Lizenzmodell und Funktionsumfang. Cloud-Lösungen (SaaS) starten bei einer monatlichen Flat-Rate pro Werk und sind schneller einführbar. On-Premise erfordert höhere Anfangsinvestition, bietet aber volle lokale Kontrolle.

Kostenart On-Premise Cloud / SaaS
Lizenz Einmalkauf (5-stellig bis 6-stellig) Monatliche Flat-Rate pro Werk
Implementierung Wochen bis Monate, oft externe Berater Stunden bis Wochen (SYMESTIC: <1 Monat für Kennzahlen)
Infrastruktur Eigene Server, Netzwerk, Wartung Inklusive (Azure-Cloud)
Updates Manuell, kostenpflichtig Automatisch, inklusive
Support Separat, oft nur werktags Inklusive, Reaktionszeit 2h (werktags 9–17 Uhr CET)
Skalierung Neue Lizenzen, neue Hardware Weitere Werke per Konfiguration (kein neues Projekt)

Faustregel: Cloud-Lösungen reduzieren das Anfangsrisiko massiv. Der ROI liegt bei unter 6 Monaten – das ist bei SYMESTIC-Kunden die Regel, nicht die Ausnahme.


FAQ zum PPS-System

Was bedeutet PPS?
PPS steht für Produktionsplanung und -steuerung. Ein PPS-System koordiniert Material, Maschinen und Personal zu realisierbaren Produktionsplänen und überwacht deren Umsetzung über Ist-Rückmeldungen.

Ist SAP ein PPS-System?
SAP ERP enthält mit dem Modul PP (Production Planning) umfangreiche PPS-Funktionalität. Allerdings deckt SAP weit mehr ab als reine Produktionsplanung. Die PPS-Funktionen sind Teil eines größeren ERP-Gesamtpakets und erfordern erheblichen Customizing-Aufwand.

Was unterscheidet PPS von MES?
Das PPS plant Produktionsaufträge auf Basis von Kapazitäten und Material (Soll-Daten). Das MES überwacht und steuert die tatsächliche Fertigung in Echtzeit (Ist-Daten). Zusammen bilden sie den geschlossenen Regelkreis zwischen Planung und Shopfloor.

Welche KPIs liefert ein PPS-System?
Die wichtigsten PPS-Kennzahlen sind Termintreue, Durchlaufzeit, Kapazitätsauslastung, Bestandsreichweite und Planerfüllungsgrad. Ergänzt um MES-Daten (OEE, Stillstandsanalysen) entsteht vollständige Transparenz vom Planungsgrad bis zur Maschinenperformance.

Was kostet ein PPS-System?
Cloud-basierte PPS-nahe Lösungen starten als monatliche Flat-Rate pro Werk. On-Premise-Systeme erfordern Einmalinvestitionen im fünf- bis sechsstelligen Bereich zuzüglich laufender Wartung und Serverkosten. Bei SaaS-Modellen wie SYMESTIC liegt der ROI bei unter 6 Monaten.

Wie ergänzt SYMESTIC ein PPS-System?
SYMESTIC ist ein cloud-natives MES, das PPS-Systeme um Echtzeit-Shopfloor-Daten ergänzt: automatische OEE-Erfassung, Stillstandsanalysen, Prozessdatenüberwachung und bidirektionale ERP-Integration. Die Plattform ist in Stunden einsatzbereit, benötigt keine lokale IT-Infrastruktur und skaliert über den modularen Baukasten eigenständig.


Das Wichtigste: Ein PPS-System plant die Fertigung. Ein MES macht den Plan messbar. Erst die Kombination beider Systeme schließt den Regelkreis zwischen Planung und Shopfloor-Realität.

SYMESTIC verbindet beides – cloud-nativ, in Stunden startklar, in 18 Ländern bewährt.
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Über den Autor
Martin Brandel
Martin Brandel
MES Consultant & Projektleiter Automatisierung, SYMESTIC. Dipl.-Ing. Nachrichtentechnik. Über 30 Jahre Erfahrung in industrieller Automatisierung, Maschinenanbindung (OPC UA, SPS, IoT-Gateways) und MES-Implementierung.
Hat 15.000+ Maschinen in 18 Ländern an MES-Systeme angebunden.

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