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Betriebsdatenerfassung (BDE): Definition, Datenarten & Systeme

Betriebsdatenerfassung direkt auf dem Shopfloor
Von Martin Brandel · Zuletzt aktualisiert: März 2026

Zusammenfassung: Betriebsdatenerfassung (BDE) ist die systematische Erfassung von organisatorischen und technischen Produktionsdaten direkt am Shopfloor. Sie umfasst 5 Datenkategorien: Auftragsdaten, Personaldaten, Maschinendaten, Werkzeugdaten und Materialdaten.

BDE liefert die Datengrundlage für Echtzeit-Transparenz, Soll-Ist-Vergleiche und fundierte Entscheidungen — erst integriert in ein MES wird sie zum strategischen Steuerungsinstrument. Cloud-native BDE-Systeme sind in Stunden produktiv, eliminieren manuelle Eingaben um 60–90 % und steigern die OEE typischerweise um 5–15 %.

Die Betriebsdatenerfassung (BDE) ist die systematische Erfassung von Produktions- und Prozessdaten direkt am Shopfloor. Sie umfasst organisatorische Daten (z. B. Auftrags- und Personaldaten) sowie technische Daten (z. B. Maschinen-, Werkzeug- und Materialdaten) und liefert damit die Grundlage für Transparenz, Effizienzsteigerung und Kostenkontrolle in der Fertigung.

Für den Vergleich von BDE-Software-Anbietern, Kosten und Implementierung: BDE Software im Überblick. Für den technischen Einstieg über reine Maschinendaten: Maschinendatenerfassung (MDE): Definition, Datenarten & Systeme.


Was ist Betriebsdatenerfassung (BDE)?

Betriebsdatenerfassung (BDE) ist die systematische, automatisierte Erfassung aller organisatorischen und technischen Produktionsdaten direkt am Shopfloor — Auftragsdaten, Personalzeiten, Maschinenzustände, Stückzahlen, Werkzeugdaten und Materialdaten. Sie schafft Echtzeit-Transparenz über laufende Fertigungsprozesse und liefert die Datengrundlage für OEE-Berechnung, Soll-Ist-Vergleiche und fundierte Entscheidungen.

Die Betriebsdatenerfassung ist ein System zur strukturierten Sammlung und Auswertung von Daten, die im Produktionsprozess entstehen.

Sie umfasst sowohl organisatorische Daten wie Auftrags- und Personaleinsatzzeiten als auch technische Daten wie Maschinenzustände, Stückzahlen oder Energieverbrauch.

Übersicht Betriebsdatenerfassung BDE – organisatorische und technische Betriebsdaten wie Auftragsdaten, Personaldaten, Maschinendaten, Werkzeugdaten und Materialdaten.

Ziel der BDE ist es, Transparenz über alle laufenden Produktionsprozesse zu schaffen und damit fundierte Entscheidungen für Effizienzsteigerung, Kostenkontrolle und Qualitätssicherung zu ermöglichen.

Moderne BDE-Systeme sind längst keine isolierten Inseln mehr: In Kombination mit einem Manufacturing Execution System (MES) werden die erfassten Daten direkt in Planung, Qualitätssicherung und Reporting integriert. Damit wird BDE zum Kernbaustein einer digitalisierten, intelligenten Fertigung.


Welche Arten von Betriebsdaten gibt es?

Ein BDE-System erfasst 5 Datenkategorien: Auftragsdaten (Start/Ende, Soll/Ist-Mengen, Rüstzeiten), Personaldaten (Arbeitszeiten, Schichtzuordnung, Leistungslohn), Maschinendaten (Laufzeiten, Stillstände, Zykluszeiten, Energie), Werkzeugdaten (Standzeiten, Verschleiß, Wartungshistorie) und Materialdaten (Verbrauch, Chargen, Rückverfolgbarkeit). Beide Kategorien — organisatorisch und technisch — sind Pflicht für vollständige Produktionstransparenz.

Ein BDE-System unterscheidet in der Regel zwischen organisatorischen und technischen Betriebsdaten. Beide Datenkategorien liefern wichtige Informationen, um Produktion transparent und steuerbar zu machen:

Auftragsdaten

  • Start- und Endzeiten einzelner Fertigungsaufträge
  • Soll- vs. Ist-Mengen pro Auftrag
  • Rüstzeiten und Rüstwechsel pro Auftrag
  • Auftragsfortschritt und Bearbeitungsstatus
  • Auftragsbasierte Ausschussquoten und Nacharbeitsmengen
  • Rückmeldungen zu Fertigstellung und Teillieferungen

BDE-Dashboard mit Auftragsdaten: Produktionsfortschritt, Gutteile, Ausschuss, verbleibende Menge und Zeit in Echtzeit visualisiert.


Personaldaten

  • Arbeitszeiten, Anwesenheit und Schichtzuordnung
  • Zuordnung von gefertigten Mengen zu Mitarbeitern (z. B. für Kostenrechnung)
  • Leistungslohn- und prämienrelevante Daten
  • Qualifikationszuordnung pro Arbeitsgang
  • Zutrittskontrolle zu Produktionsbereichen

Betriebsdatenerfassung Personaldaten – Produktivität berechnen: 400 Teile bei 40h Arbeitszeit, 10 Stück pro Stunde.


Maschinendaten

  • Laufzeiten, Stillstände, Zykluszeiten und Schalthäufigkeiten
  • Produzierte Stückzahlen und Leistungsgrad
  • Störmeldungen, Alarme und Eingriffe des Bedienpersonals
  • Energieverbrauch pro Maschine und Zeitraum
  • Instandhaltungsrelevante Betriebsdaten (Betriebsstunden, Schaltspiele, Verschleißindikatoren)
  • Grundlage für Kennzahlen wie OEE (Overall Equipment Effectiveness)

BDE Maschinendaten Beispiel: OEE, Verfügbarkeit, Leistung und Qualität einer Verpackungsmaschine mit Produktions- und Stillstandszeit.


Werkzeugdaten

  • Nutzungsdauer, Standzeiten und Verschleißmessungen
  • Werkzeugeinstellungen und aktuelle Zustände
  • Defekt- und Wartungshistorie
  • Einfluss auf Qualität und Verfügbarkeit der Produktion

Betriebsdatenerfassung (BDE) Werkzeugdaten


Materialdaten

  • Materialbereitstellung, Lagerorte und Zugangsinformationen
  • Verbrauch und Reservierungen pro Fertigungsauftrag
  • Materialbestände und Reichweiten
  • Chargennummern und Rückverfolgungsdaten (Traceability)
  • Nachvollziehbarkeit in Logistik und Fertigungsprozessen

BDE Materialdaten Beispiel: Stahl mit Lagerbestand, Reichweite, nächster Lieferung und Materialverbrauch pro Tag im Balkendiagramm.


Welchen Nutzen bringt ein BDE-System?

Ein BDE-System eliminiert 60–90 % der manuellen Datenerfassung, schafft Echtzeit-Transparenz über alle Produktionsprozesse und steigert die OEE typischerweise um 5–15 %. Es deckt Schwachstellen durch Soll-Ist-Vergleiche auf, ermöglicht präzise Kostenrechnung bis auf Auftragsebene und sichert Qualität durch lückenlose Dokumentation.

Die Einführung eines BDE-Systems bietet Unternehmen eine Vielzahl an Vorteilen, die sich direkt auf Effizienz, Kosten und Qualität auswirken:

  • Transparenz in Echtzeit
    Produktionsdaten werden sofort sichtbar. Abweichungen oder Stillstände können direkt erkannt und behoben werden — nicht erst am nächsten Morgen im Excel-Report.
  • Effizienzsteigerung
    Historische Daten und Soll-Ist-Vergleiche decken Schwachstellen auf und zeigen, wo Prozesse beschleunigt oder Ressourcen besser genutzt werden können. Typischer Effekt: +5–15 % OEE im ersten Jahr.
  • Präzisere Kostenrechnung
    Betriebsdaten lassen sich verursachungsgerecht zuordnen — bis auf einzelne Aufträge, Maschinen und Schichten. Dadurch wird Controlling exakter und Budgets können gezielter eingesetzt werden.
  • Optimierte Ressourcenplanung
    Daten zu Maschinen, Werkzeugen und Material ermöglichen eine bessere Auslastung und helfen, Engpässe zu vermeiden.
  • Qualitätssicherung
    Lückenlose Dokumentation von Prozessen und Parametern unterstützt Traceability und reduziert Ausschuss. In regulierten Branchen (Pharma, Automotive) eine Compliance-Voraussetzung.
  • Mitarbeiterentlastung
    Automatisierte Datenerfassung ersetzt manuelle Eingaben. Typischer Effekt: −60–90 % manuelle Dateneingabe. So sinkt die Fehlerquote und Mitarbeiter haben mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten.

Kurz gesagt: Ein BDE-System schafft die Grundlage, um Kosten zu senken, Prozesse stabiler zu machen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.


Was unterscheidet BDE, MDE und MES?

MDE (Maschinendatenerfassung) erfasst technische Maschinendaten: Laufzeiten, Stillstände, Zykluszeiten. BDE erweitert den Scope um organisatorische Daten: Auftragszuordnungen, Personalzeiten, Rüstzeiten, Materialverbräuche. Ein MES integriert beide Datenströme und macht sie operativ nutzbar: Feinplanung, Qualitätsmanagement, KPI-Dashboards, Workflow-Automatisierung.

 

Obwohl die Begriffe MDE, BDE und MES oft im gleichen Zusammenhang fallen, unterscheiden sie sich deutlich in Datenumfang, Funktionalität und Nutzen. MDE bildet den technischen Einstieg, BDE erweitert den Blick auf organisatorische Daten — und ein MES hebt die Fertigung auf eine neue Ebene der Integration und Echtzeitsteuerung.

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede im direkten Vergleich:

Merkmal MDE BDE MES
Datenfokus Technische Maschinendaten (Laufzeit, Stückzahl, Energieverbrauch) Organisatorische + technische Daten (Aufträge, Personal, Maschinen, Material, Werkzeuge) Ganzheitliche Produktionsdaten (BDE+MDE) inkl. Qualität, Planung, KPIs
Ziel Maschinenzustände dokumentieren Transparenz im gesamten Produktionsprozess schaffen Produktion in Echtzeit steuern, optimieren und analysieren
Anwendungsbereich Einzelne Maschinen oder Anlagen Shopfloor- und Fertigungsprozesse Gesamte Fertigung, standortübergreifend
Funktionalität Datenerfassung Erfassung + Rückmeldung + Reporting Integration + Analyse + Workflow-Automatisierung
Kennzahlen Stückzahlen, Laufzeiten, Stillstände Auftragsfortschritt, Mitarbeitereinsatz, Ressourcenverbrauch OEE, Qualitätskennzahlen, Energiedaten, Kosten- und Effizienzmetriken
Integration Selten mit anderen Systemen verknüpft Teilweise ERP-Anbindung Tiefe Integration mit ERP, SCM, QMS, Instandhaltungssystemen
Nutzen Transparenz auf Maschinenebene Effizienzsteigerung & Kostenkontrolle im Shopfloor Ganzheitliche Steuerung & Optimierung der Wertschöpfungskette
Digitalisierungsgrad Einstieg in Datenerfassung Basis für digitale Fertigung Schlüsseltechnologie für Industrie 4.0 & Smart Factory

Für den detaillierten Blick auf MDE-Systeme und Nachrüstung: MDE Software: Anbieter, Nachrüstung, Systeme und Kosten.


Wie funktioniert ein modernes BDE-System?

Sechs Schichten: Maschinensignale werden an der Quelle erfasst (OPC UA, MQTT, Scanner, RFID), auf Edge-Gateways vorverarbeitet und gepuffert, in der Cloud gespeichert und mit Regeln/Alerts versehen, in Echtzeit-Dashboards visualisiert, in automatisierte Workflows (ERP-Rückmeldung, Qualitätsprüfung, Wartung) überführt und durch rollenbasierten Zugriff, Verschlüsselung und Audit-Trails abgesichert.

1) Erfassung an der Quelle

Die Datenerfassung erfolgt so nah wie möglich an der Maschine und am Prozess. Maschinenzustände, Stückzahlen, Alarme und Energieverbräuche werden automatisch über Standardschnittstellen erfasst — OPC UA bei modernen Steuerungen, digitale Signale über IoT-Gateways bei Bestandsanlagen. Wo automatische Erfassung nicht möglich ist — Auftragsstart/-ende, Ausschussgründe, Rüstzeiten — erfolgt manuelle Eingabe über Scanner, RFID oder Shopfloor-Terminals.

2) Edge-Vorverarbeitung

Auf dem Edge-Gateway werden Rohdaten gefiltert, geglättet und mit synchronisierten Zeitstempeln versehen. Bei Netzwerkausfällen puffert das Gateway alle Daten lokal und synchronisiert nach Wiederherstellung. Ereignislogiken („Stillstand >60 s → Begründungsdialog am Terminal") laufen direkt auf dem Edge, damit die Latenz nicht vom Cloud-Roundtrip abhängt.

3) Cloud/SaaS-Plattform

Die vorverarbeiteten Daten werden verschlüsselt in Time-Series-Datenbanken gespeichert. Regeln und Alerts definieren Schwellwerte (z. B. „OEE < 60 % für 2 Stunden → Eskalation an Produktionsleitung"), erkennen Trendbrüche und Anomalien. Der Zugang ist rollenbasiert — Werker sehen andere Dashboards als Produktionsleiter. APIs (REST, GraphQL) ermöglichen die Anbindung an ERP, QMS und andere Systeme.

4) Visualisierung & Analyse

Echtzeit-Dashboards zeigen OEE, Verfügbarkeit, Leistung und Qualität — von der Einzelmaschine bis zum Werksvergleich. Drill-downs bis auf Schicht-, Auftrags- und Artikelebene ermöglichen Ursachenanalyse: Pareto-Diagramme der Top-Stillstandsursachen, Timelines für Schichtvergleiche, Korrelationsmatrizen zwischen Prozessparametern und Ausschussraten.

5) Prozesse & Automatisierung

BDE-Daten fließen automatisch zurück ins ERP: Mengen- und Zeitrückmeldungen ohne manuelle Eingabe. Qualitäts-Workflows sperren Chargen bei Grenzwertüberschreitung, triggern Prüfaufträge und eskalieren an die richtige Person. Wartungstrigger basieren auf Laufzeit, Zyklusanzahl oder Zustandsveränderung — nicht auf starren Kalendern.

6) Sicherheit & Betrieb

DSGVO-konforme Verarbeitung, Verschlüsselung in Transit und at Rest, SSO-Integration (Azure Active Directory). Mandantenfähigkeit für Multi-Werk-Strukturen, Audit-Trails für Compliance, automatisches Backup. Skalierung von einer einzelnen Linie bis zu hunderten Maschinen über mehrere Standorte — ohne erneutes IT-Projekt.

Kosten-/Nutzen-Rahmen

  • Einführung: ohne CAPEX als SaaS — monatliche Betriebskosten statt sechsstelliger Initialinvestition.
  • Typische Effekte: −60–90 % manuelle Datenerfassung, +5–15 % OEE, schnellere Entscheidungszyklen.
  • KPI-Baseline vor Start definieren, monatlich reviewen. Für transparente Kosten: MES System Preise.

Warum gehört BDE ins MES?

Ein isoliertes BDE-System liefert Daten, ein MES macht sie operativ nutzbar. Die Integration verknüpft Auftrags-, Personal- und Maschinendaten mit Feinplanung, Qualitätsmanagement und Reporting. Stillstände lösen automatisch Wartungsaufträge aus, Qualitätsabweichungen triggern Prüfungen, ERP-Rückmeldungen erfolgen ohne manuelle Eingabe. Die Konsolidierung aller Datenströme in einem System eliminiert Insellösungen und schafft eine einheitliche Entscheidungsgrundlage.

Ein isoliertes BDE-System liefert zwar wertvolle Daten, bleibt aber oft eine Insellösung. Erst in Kombination mit einem Manufacturing Execution System (MES) entfaltet Betriebsdatenerfassung ihr volles Potenzial.

Vorteile der Integration

  • Ganzheitliche Transparenz
    BDE-Daten (Aufträge, Personal, Maschinen, Material) werden mit Qualitäts- und Prozessdaten im MES zusammengeführt.
  • Echtzeitsteuerung
    Abweichungen werden sofort erkannt und direkt in den Produktionsablauf zurückgespielt — statt nur im Nachhinein ausgewertet.
  • Automatisierte Workflows
    Stillstände, Alarme oder Qualitätsabweichungen lösen im MES automatisch Wartungsaufträge, Prüfungen oder Eskalationen aus.
  • Planungsoptimierung
    Produktions- und BDE-Daten fließen nahtlos in Feinplanung und Ressourcenzuteilung ein. So lassen sich Stillstände und Engpässe vorausschauend vermeiden.
  • Reporting & KPIs
    Dashboards vereinen BDE-Daten mit Kennzahlen wie OEE, Qualität, Energieverbrauch oder Auftragsfortschritt — von der Maschine bis zum Management.

Welche Unternehmen setzen BDE erfolgreich ein?

Meleghy Automotive: Bidirektionale SAP-R3-Anbindung über ABAP IDoc, automatisches Mapping von Maschinenzyklen zu Fertigungsaufträgen über 6 Werke — −10 % Stillstände, +7 % Ausbringung. Schmiedetechnik Plettenberg: BDE-Integration mit InforCOM ERP, automatische Rückmeldung von Mengen, Zeiten und Stillständen ohne manuelle Zwischenschritte. Klocke Gruppe: Auftragszustand und Stammdaten aus Navision ERP übernommen, +12 % Ausbringung in 3 Wochen.

Meleghy Automotive: BDE über 6 Werke mit SAP-R3-Integration

Der Automotive-Zulieferer Meleghy Automotive (Deutschland, Spanien, Tschechien, Ungarn) betreibt SYMESTIC mit über 300 Maschinensegmenten — Presslinien, Schweißanlagen und Montagebereiche. Der BDE-Kernnutzen: Die bidirektionale SAP-R3-Anbindung über ABAP IDoc mappt Maschinenzyklen automatisch zu Fertigungsaufträgen und spielt Mengen- und Zeitrückmeldungen ins ERP zurück. Kein manuelles Buchen, keine Excel-Zwischenschritte. Die standortübergreifende Konsolidierung nach SEMI-E10-Standard schafft vergleichbare KPIs über alle Werke. Ergebnisse: −10 % Stillstände, +7 % Ausbringung, +5 % Verfügbarkeit.

Schmiedetechnik Plettenberg: BDE mit InforCOM-ERP-Integration

Schmiedetechnik Plettenberg, mittelständischer Metallverarbeiter mit komplexen Umform-, Füge- und Wärmebehandlungsprozessen, nutzt BDE über SYMESTIC mit nahtloser InforCOM-ERP-Integration. Fertigungsaufträge, Arbeitsgänge und Maschinenzuordnungen werden automatisch aus dem ERP übernommen. Während der Produktion fließen Mengen, Zeiten, Stillstände und Statusinformationen direkt zurück — ohne manuelle Zwischenschritte. Das eliminiert fehleranfällige Handaufschreibungen und schafft eine konsistente Datenbasis für Planung, Controlling und Qualitätssicherung. Thorsten Manns, Technischer Leiter: „SYMESTIC verschafft uns eine durchgängige Echtzeittransparenz, die wir in dieser Form vorher nicht hatten."

Klocke Gruppe: BDE im GMP-Umfeld mit Navision-Integration

Die Klocke Gruppe, Lohnhersteller in der Pharma-Verpackung, skalierte SYMESTIC innerhalb von 3 Wochen auf alle Linien am Standort Weingarten. Auftragszustand und Stammdaten aus dem Navision ERP werden automatisch übernommen, Maschinenzyklen und Stillstände werden Fertigungsaufträgen zugeordnet. Im regulierten GMP-Umfeld ist die lückenlose Dokumentation aller Betriebsdaten eine Compliance-Voraussetzung. Ergebnisse: +12 % Ausbringung, +7 Produktionsstunden pro Woche, +8 % Verfügbarkeit.

Gemeinsames Muster: BDE erzeugt den größten Hebel, wenn die Daten automatisch zwischen Shopfloor und ERP fließen — bidirektional, ohne manuelle Eingabe. Genau das unterscheidet ein BDE-System von einer Excel-Liste.


Wie führt man ein BDE-System ein?

Drei Schritte: (1) Zieldefinition — welche Daten fehlen, welche Kennzahlen sollen messbar werden? (2) Pilot an einer Linie — Maschinen anbinden, erste Dashboards live, Quick Wins sichtbar machen. (3) Skalierung — weitere Linien, Werke, ERP-Integration, automatisierte Workflows. Cloud-native BDE-Systeme sind in Stunden produktiv, nicht in Monaten.

Die Implementierung eines modernen BDE-Systems muss kein langwieriges IT-Projekt sein. Mit Cloud- und SaaS-Lösungen lässt sich ein Einstieg schnell und risikoarm gestalten.

1. Vorbereitung & Zieldefinition

  • Analyse der aktuellen Datenerfassung (manuell, teilautomatisiert, isolierte Systeme).
  • Definition der wichtigsten Ziele: z. B. Stillstände erfassen, Auftragszeiten messen, Mitarbeiter entlasten.
  • Auswahl relevanter Kennzahlen (OEE, Ausschuss, Energie, Auftragsdurchlaufzeit).

2. Pilot & Quick Wins

  • Start mit einer ausgewählten Produktionslinie oder Maschinen-Gruppe.
  • Anbindung von Maschinen über Standardschnittstellen (z. B. OPC UA, MQTT) oder einfache Hardware (Scanner, RFID, IoT-Gateways).
  • Sofortnutzen sichtbar machen: weniger manuelle Eingaben, erste Dashboards mit Echtzeitdaten. Bei SYMESTIC steht das erste Dashboard typischerweise am Tag der Installation.

3. Skalierung & Integration

  • Erweiterung auf weitere Linien, Werke oder Standorte — bei Cloud-native BDE ohne erneutes IT-Projekt.
  • Integration in MES und ERP, um Workflows, Planung und Reporting zu automatisieren. Meleghy skalierte auf 6 Werke in 6 Monaten, Klocke auf alle Linien in 3 Wochen.
  • Kontinuierliche Verbesserung durch Monitoring und Feedback aus Shopfloor und Management.

Ergebnis: Ein BDE-System kann heute in Stunden statt Monaten live gehen — ohne hohe Investitionen, dafür mit messbarem ROI schon nach wenigen Wochen.


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BDE liefert die Datengrundlage. MES macht sie operativ nutzbar. Zusammen eliminieren sie die drei größten Blindstellen der meisten Fertigungsunternehmen: unbekannte Stillstandsursachen, ungenaue Auftragszeiten und fehleranfällige manuelle Rückmeldungen. Der schnellste Weg zum Beweis: Pilotprojekt starten — eine Linie, eine Woche, erste Ergebnisse.


Häufig gestellte Fragen zur Betriebsdatenerfassung

Was ist Betriebsdatenerfassung (BDE)?

Betriebsdatenerfassung (BDE) ist die systematische Erfassung von organisatorischen und technischen Produktionsdaten direkt am Shopfloor — darunter Auftragsdaten, Personalzeiten, Maschinenzustände, Stückzahlen und Qualitätsinformationen. Sie schafft Transparenz über laufende Fertigungsprozesse in Echtzeit.

Was ist der Unterschied zwischen BDE und MDE?

MDE (Maschinendatenerfassung) erfasst technische Daten direkt von der Maschine: Laufzeiten, Stillstände, Zykluszeiten, Stückzahlen. BDE erweitert den Scope um organisatorische Daten: Auftragszuordnungen, Personalzeiten, Rüstzeiten pro Auftrag und Qualitätsrückmeldungen. In modernen MES-Plattformen sind beide Funktionen integriert. Für den detaillierten Blick auf MDE-Systeme: MDE Software – Anbieter, Nachrüstung und Kosten.

Welchen Nutzen bringt ein BDE-System?

Ein BDE-System schafft Echtzeit-Transparenz über alle Produktionsprozesse, deckt Schwachstellen durch Soll-Ist-Vergleiche auf, ermöglicht präzisere Kostenrechnung, optimiert die Ressourcenplanung und sichert die Qualität durch lückenlose Dokumentation. Typische Effekte: −60–90 % manuelle Dateneingabe, +5–15 % OEE.

Wie hängen BDE und MES zusammen?

BDE ist eine Kernfunktion innerhalb eines MES (Manufacturing Execution System). Das MES nutzt die erfassten Betriebsdaten für Auftragssteuerung, Feinplanung, Leistungsanalyse (OEE), Qualitätsmanagement und Reporting. BDE liefert die Datengrundlage, MES macht sie operativ nutzbar. Für den umfassenden MES-Anbietervergleich: MES Software – Anbieter, Funktionen und Kosten.

Was kostet ein BDE-System?

Cloud-native BDE-Systeme als Teil eines MES starten bei 850 €/Monat (SYMESTIC Professional, bis 5 Maschinen). Dazu kommen IoT-Gateways (500–2.000 € pro Maschine). On-Premise-Systeme erfordern sechsstellige Initialinvestitionen.

Über den Autor
Martin Brandel
Martin Brandel
MES Consultant & Projektleiter Automatisierung, SYMESTIC. Dipl.-Ing. Nachrichtentechnik. Über 30 Jahre Erfahrung in industrieller Automatisierung, Maschinenanbindung (OPC UA, SPS, IoT-Gateways) und MES-Implementierung. Hat 15.000+ Maschinen in 18 Ländern an BDE/MES-Systeme angebunden.

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