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RCCP (Rough-Cut Capacity Planning): Definition und Einordnung

RCCP (Rough-Cut Capacity Planning) ist die grobe Kapazitätsplanung zwischen strategischer Planung (S&OP) und operativer Feinplanung. Sie beantwortet eine einfache, aber kritische Frage: Kann der geplante Master Production Schedule (MPS) mit den verfügbaren Engpassressourcen tatsächlich umgesetzt werden?


Einordnung im Planungsprozess

  • S&OP plant Volumina auf Produktfamilienebene (Monate, Quartale)
  • MPS übersetzt diese in konkrete Endprodukte und Mengen pro Periode
  • RCCP prüft, ob der MPS kapazitiv realisierbar ist
  • MRP / Feinplanung leitet daraus Materialbedarfe und Reihenfolgen ab

Ohne RCCP besteht das Risiko, dass ein MPS theoretisch gut aussieht, aber an Engpässen scheitert – und das erst in der Feinplanung oder im laufenden Betrieb sichtbar wird.


Wie funktioniert RCCP?

RCCP vergleicht Kapazitätsbedarf und Kapazitätsverfügbarkeit auf aggregiertem Niveau:

Bedarfsstunden = geplante Menge × Stundenbedarf je Einheit pro Engpassressource

Diesen Wert stellt RCCP der verfügbaren Kapazität gegenüber – bereinigt um reale Verfügbarkeit (OEE, Schichten, Stillstände). Das Ergebnis: Überlast, Unterlast oder „im Rahmen".

Entscheidend ist der Fokus auf die wirklichen Engpassressourcen – nicht jede Maschine, sondern die Schlüssel-Linie, der Spezialofen, die kritische Montagestation.


Methoden

Capacity Planning Using Overall Factors: Gesamtvolumina werden mit einem Durchschnittsfaktor in Kapazitätsbedarf übersetzt. Schnell, aber ungenau – geeignet für einfache Umgebungen.

Bill of Resources (BOR): Jedes Produkt ist mit einer „Ressourcenstückliste" und Standardzeiten hinterlegt. Standard in MRP-II- und ERP-Implementierungen.

Resource Profile: Berücksichtigt zusätzlich Zeitprofile innerhalb einer Periode. Genauer, aber pflegeintensiver – geeignet bei längeren Durchlaufzeiten.


Typische Fehler

Unrealistische Kapazitätsannahmen: Planung mit 100 % Verfügbarkeit ohne OEE und Stillstände liefert einen schönen, aber nutzlosen Plan.

Veraltete Standardzeiten: Ohne regelmäßigen Abgleich mit Ist-Daten aus MES oder OEE-Analysen veralten die Eingangsdaten.

Zu viele Details: RCCP ist grobe Kapazitätsplanung, keine Feinplanung. Wer zu viele Ressourcen einbezieht, macht das System träge und unbrauchbar.


FAQ

Was ist der Unterschied zwischen RCCP und detaillierter Kapazitätsplanung? RCCP arbeitet auf aggregiertem Niveau (Produktfamilien, Engpassressourcen, Wochenbuckets). Detaillierte Kapazitätsplanung betrachtet konkrete Aufträge, Maschinen und Reihenfolgen auf Tages- oder Schichtbasis.

Ist RCCP nur für große Werke relevant? Nein. Sobald echte Engpässe existieren, ist RCCP sinnvoll – auch im Mittelstand. Ohne diesen Check plant man permanent ins Blaue.

Wo pragmatisch starten? Mit 1–2 kritischen Engpassressourcen, sauberen Standardzeiten für die wichtigsten Produktfamilien und einem MPS auf Wochenbasis. Abweichungen sichtbar machen, im S&OP-Meeting entscheiden, Datenbasis iterativ verbessern.

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