OEE (Overall Equipment Effectiveness): Definition, Faktoren & Formeln
OEE einfach erklärt: Definition, Formel, Benchmarks & Praxisbeispiele. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Anlagen effizienter machen.
Schichtübergabe und digitales Schichtbuch beschreiben zwei unterschiedliche Dinge: Die Schichtübergabe ist der standardisierte Informations- und Verantwortungswechsel zwischen zwei Schichten – der Prozess. Das digitale Schichtbuch ist das Werkzeug dafür: die strukturierte, digitale Dokumentation dieses Wechsels plus aller schichtrelevanten Ereignisse.
Es ersetzt Zettel, WhatsApp, Excel und mündliche Weitergabe im Vorbeigehen durch eine einheitliche, durchsuchbare und nachvollziehbare Historie.
Ein funktionierendes Schichtbuch denkt in drei Blöcken.
Status ist in einer Minute lesbar: Welche Linie läuft, steht oder ist eingeschränkt – und warum. Welcher Auftrag läuft, wie weit ist er, was kommt als nächstes. Welche Qualitätsfreigaben oder Sperrungen vorliegen. Ob Material knapp wird.
Ereignisse werden faktenbasiert dokumentiert: Top-Störungen und Stillstände der Schicht mit Dauer und Ursache, wichtige Prozess- oder Parameteränderungen, Abweichungen, Nacharbeit und besondere Vorkommnisse.
Offene Punkte bekommen Verbindlichkeit: Maßnahme, Owner, Termin oder Trigger. Ohne diese drei Felder ist ein offener Punkt kein Handlungsauftrag, sondern Storytelling.
Eine Übergabe die länger als 8 Minuten dauert, hat zu viel Freitext und zu wenig Struktur.
Die häufigsten Ursachen sind unklare Pflichtinhalte – jeder schreibt irgendwas, niemand liest es. Zu viel Freitext ohne strukturierte Felder. Offene Punkte ohne Owner und Termin, die schichtweise weitergetragen werden ohne je abgeschlossen zu werden. Und parallele Kanäle: Wenn Schichtbuch, Excel, WhatsApp und Papier nebeneinander existieren, zerfasern Informationen und die Datenqualität bricht zusammen.
Ein digitales Schichtbuch ist kein OEE-Tool, aber es macht OEE handlungsfähig. OEE zeigt, wo Zeit verloren geht. Das Schichtbuch hält fest, was konkret passiert ist und was als nächstes zu tun ist. Wenn Störgründe im MES sauber erfasst werden, kann das Schichtbuch die Top-Events der Schicht automatisch übernehmen – der Schichtführer ergänzt nur noch Kontext und Maßnahmen statt alles manuell einzutragen.
Cloud-native MES-Plattformen, die Maschinendaten, Störgrundkatalog und Schichtbuch in einer Oberfläche verbinden, reduzieren den Übergabeaufwand erheblich: Stillstandszeiten und Ursachen sind bereits erfasst, offene Punkte werden direkt aus dem Schichtbuch in Maßnahmenlisten überführt.
Drei Pflichtblöcke – Status, Top-Ereignisse, offene Punkte mit Owner und Termin – reichen für einen robusten Start ohne Overengineering. Maximal 8 Minuten Übergabezeit, maximal 10 Einträge pro Schicht. Dazu ein wöchentlicher 15-Minuten-Review: Welche Themen tauchen schichtübergreifend immer wieder auf und brauchen eine Prozess- oder Technikmaßnahme?
Was ist der Unterschied zwischen Schichtbuch und Schichtprotokoll? Beide Begriffe werden oft synonym verwendet. In der Praxis ist ein Schichtprotokoll häufig ein reines Verlaufsprotokoll ohne Maßnahmenteil. Ein Schichtbuch im vollständigen Sinne enthält zusätzlich offene Punkte mit Owner und Termin sowie eine Verbindung zu Folgeprozessen.
Muss ein digitales Schichtbuch ins MES integriert sein? Nicht zwingend, aber es ist der sinnvollste Weg. Wenn Maschinendaten, Störgründe und Schichteinträge in einem System zusammenlaufen, entfällt doppelte Dateneingabe und Übergaben werden deutlich kürzer und faktenbasierter.
Wie lange dauert die Einführung eines digitalen Schichtbuchs? Bei strukturierten Vorlagen und klaren Pflichtfeldern ist ein erstes funktionsfähiges Schichtbuch innerhalb von Tagen einsatzbereit. Die eigentliche Herausforderung ist keine technische, sondern eine organisatorische: Verbindlichkeit schaffen, dass Einträge vollständig und zeitnah gemacht werden.
Welche Daten aus dem Schichtbuch sind für den KVP relevant? Wiederkehrende Störungsursachen, offene Punkte die mehrfach weitergereicht werden und Schichten mit systematisch erhöhtem Ausschuss oder Stillstand. Wer Schichtbuchdaten regelmäßig auswertet, erkennt Muster die in aggregierten KPI-Dashboards unsichtbar bleiben.
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