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Demand Planning (Bedarfsprognose): Definition und Einordnung

Demand Planning (Bedarfsprognose / Nachfrageplanung) umfasst alle Prozesse, mit denen ein Unternehmen zukünftige Nachfrage prognostiziert und daraus einen abgestimmten Nachfrageplan ableitet – als Basis für S&OP, MPS, MRP und Beschaffung.

Wichtige Unterscheidung: Demand Forecasting ist die rein statistische Prognose. Demand Planning geht weiter: Forecast plus Bewertung plus Abstimmung mit Vertrieb, Marketing, Supply Chain und Finanzen.


Einordnung in S&OP und MPS

Demand Planning steht am Anfang der Supply-Chain-Planungskette:

  • S&OP nutzt den Demand Plan, um Nachfrage und verfügbare Kapazitäten abzugleichen
  • MPS übersetzt die freigegebene Nachfrage in konkrete Produktionsprogramme
  • MRP / RCCP leiten Materialbedarfe und Kapazitätsbedarfe ab

Ohne belastbares Demand Planning laufen S&OP und MPS auf instabilen Annahmen – mit direkten Folgen für Lieferfähigkeit, Bestände und Produktionsplanung.


Bausteine des Demand-Planning-Prozesses

Datenbasis: Historische Absatzdaten, Aufträge, Promotions, Sondersituationen, Produktlebenszyklen.

Forecast-Methoden: Von einfachen Modellen (gleitender Durchschnitt, Exponential Smoothing) über saisonale und Trendmodelle bis zu Machine-Learning-Ansätzen bei hoher Komplexität.

Granularität und Horizont: Je nach Geschäft auf Produktfamilien- oder SKU-Ebene, regional oder kundenbezogen, typischerweise über 3–18 Monate auf Monatsbasis.

Konsolidierung: Abgleich des statistischen Forecasts mit Sales-Input zu Großaufträgen, Neueinführungen oder Abkündigungen.

Freigabe: Der finale Demand Plan wird in S&OP, MPS und Beschaffung übergeben.


Relevante KPIs

  • Forecast Accuracy: Treffsicherheit pro Produktfamilie, Region oder Kunde
  • Bias: Systematische Über- oder Unterprognose
  • MAPE / WAPE: Fehlerkennzahlen zum Modellvergleich
  • Servicelevel / OTIF: Ob Lieferzusagen trotz Forecast-Abweichungen eingehalten werden
  • Bestandsumschlag: Ob der Demand Plan in vernünftige Lagerbestände übersetzt wird

Typische Fehler

Nur Statistik, kein Sales-Input: Modelle werden optimiert, aber Markt- und Projektinfos fehlen. „Finger-Forecasting": Vertriebsmeinung ersetzt systematisch Daten – subjektiv und inkonsistent. Keine Feedback-Schleife: Forecast-Fehler werden nicht analysiert, Modelle bleiben unverändert.


FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Demand Planning und Demand Forecasting? Demand Forecasting erzeugt statistische Prognosezahlen. Demand Planning integriert diese in einen abgestimmten Prozess mit Vertrieb, Supply Chain und Finanzen – inklusive Review, Freigabe und Übergabe an nachgelagerte Planungsstufen.

Wie oft sollte Demand Planning stattfinden? Typisch ist ein monatlicher Demand-Review-Zyklus mit Fokus auf Abweichungen, Ursachen und Anpassungen – eingebettet in den S&OP-Rhythmus.

Wo pragmatisch starten? Mit den wichtigsten Produktfamilien, einem 12-Monats-Horizont auf Monatsbasis und einfachen statistischen Baseline-Modellen. Sales liefert gezielt Informationen zu Deals und Promotions, keine Zahlenschätzungen.

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