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Quality Function Deployment (QFD) übersetzt Kundenanforderungen in technische Merkmale eines Produkts oder Prozesses. Eine Beziehungsmatrix macht sichtbar, welche Merkmale zu welchen Anforderungen beitragen. Das Verfahren hilft einem Team, Entwicklungs- und Prüfaufwand begründet zu ordnen.
Das Institute for Manufacturing der Universität Cambridge beschreibt QFD in fünf Schritten als Verknüpfung kritischer Kundenmerkmale mit Konstruktionsparametern. Das House of Quality stellt diese Beziehungen als Matrix dar; Starbek und Kušar beschreiben es 1997 im Journal of Mechanical Engineering als Werkzeug, das Kundenanforderungen in Konstruktionsanforderungen übersetzt. Die Grundsätze des Verfahrens fasst die Norm ISO 16355-1 in der Ausgabe 2021 zusammen: Prozess, Zweck, Nutzer und Werkzeuge, ohne Anforderungen an ein Managementsystem.
Eine ausgefüllte Matrix liefert allerdings keinen technisch geeigneten Zielwert. Sie ordnet, worauf das Team zuerst schauen sollte.
Die fünf Schritte nach IfM
| Schritt | Inhalt |
|---|---|
| 1 | Kundenmerkmale sammeln und aus Kundensicht gewichten; die Gewichte ergeben zusammen 100 Prozent |
| 2 | Kritische Konstruktionsparameter festlegen, messbar und direkt mit den Kundenmerkmalen verknüpft |
| 3 | Die Beziehungsmatrix füllen; jede Zelle zeigt Richtung und Stärke einer Beziehung |
| 4 | Die Wahrnehmung des eigenen Produkts im Vergleich zum Wettbewerb eintragen |
| 5 | Im Dach die Wechselwirkungen zwischen den Konstruktionsparametern bewerten |
Mit dem vierten Schritt kommt der Vergleich mit dem Wettbewerb hinzu, der laut IfM Hinweise auf Probleme und Chancen im Markt geben kann.
Kundenwort und technische Größe trennen
„Die Pumpe soll leise sein“ ist eine Kundenanforderung. Ein gemessener Schallpegel unter definierten Betriebsbedingungen kann eine technische Größe dazu sein. Bevor ein Zielwert vereinbart wird, müssen Messort, Betriebszustand und Messverfahren feststehen.
Eine Anforderung kann von mehreren Merkmalen abhängen. Das Geräusch einer Pumpe kann sich mit Lagerung und Drehzahl verändern; umgekehrt beeinflusst eine Drehzahländerung neben dem Geräusch auch die Förderleistung. Im House of Quality zeigt das Dach, wie stark und in welche Richtung sich die technischen Merkmale gegenseitig beeinflussen. Der Zielkonflikt zwischen Drehzahl und Geräusch wäre dort eine eigene Zelle.
Eine kleine QFD-Matrix rechnen
Angenommen, ein Team betrachtet zwei Kundenanforderungen an eine Montageeinheit. Es gewichtet eine kurze Montagezeit mit 5 und einen einfachen Werkzeugwechsel mit 3. Für Beziehungen verwendet es die Werte stark = 9, mittel = 3, schwach = 1 und keine = 0. Diese Skala und alle Werte sind hier selbst gewählt; die IfM-Beschreibung legt keine Punktwerte fest.
| Kundenanforderung | Gewicht | Befestigungspunkte | Zugänglichkeit |
|---|---|---|---|
| Kurze Montagezeit | 5 | 9 | 3 |
| Einfacher Werkzeugwechsel | 3 | 3 | 9 |
| Gewichtete Summe | – | 5 × 9 + 3 × 3 = 54 | 5 × 3 + 3 × 9 = 42 |
Eine schwache Beziehung kommt in diesem Beispiel nicht vor. Die Summe für die Befestigungspunkte beträgt 54, für die Zugänglichkeit 42. Bezogen auf 96 Gesamtpunkte sind das 56,25 und 43,75 Prozent. Die Prozentwerte beschreiben eine Priorisierung unter den gewählten Annahmen, weder Kundenzufriedenheit noch erreichbare Verbesserung.
Das IfM lässt die Gewichte der Kundenanforderungen so vergeben, dass sie zusammen 100 Prozent ergeben. Aus 5 und 3 werden dann 62,5 und 37,5 Prozent. Die gewichteten Summen sinken auf 6,75 und 5,25, der Anteil bleibt bei 56,25 und 43,75 Prozent. An der Reihenfolge ändert die Normierung nichts.
Wird der Werkzeugwechsel statt mit 3 ebenfalls mit 5 gewichtet, erreichen beide Merkmale 60 Punkte. Schon diese Änderung verschiebt die Entscheidung. Halten Sie deshalb die Herkunft der Gewichte fest und prüfen Sie bei knappen Ergebnissen, ob eine plausible andere Bewertung die Reihenfolge umkehrt.
Aus einer Priorität einen prüfbaren Zielwert machen
Ein hoher Punktwert für Befestigungspunkte sagt nicht, wie viele benötigt werden. Festigkeit, Montagefolge und Zugänglichkeit müssen gemeinsam beurteilt werden. Weniger Befestigungspunkte können die Montage vereinfachen und gleichzeitig andere Anforderungen verletzen.
Nach der Priorisierung formuliert das Team messbare technische Ziele und die zugehörigen Prüfbedingungen. Für die Montagezeit eignet sich ein definierter Ablauf mit festgelegter Variante und Qualifikation. Unterschiede zwischen Versuch und späterem Serienablauf werden benannt.
Die Matrix sollte begründete Beziehungen zeigen. Werden überall starke Beziehungen eingetragen, verliert sie ihre Trennwirkung. Ein kurzer Kommentar zur Wirkmechanik hilft mehr als ein Wert, den nach der Besprechung niemand mehr erklären kann.
Technische Merkmale in der Produktion prüfen
Ob die geplanten Merkmale beherrscht werden, zeigt sich unter Serienbedingungen, etwa an der Dauer eines definierten Arbeitsgangs und an der Zahl der Nacharbeiten. Diese Messwerte werden getrennt vom Prioritätspunktwert geführt, so wie Messsystemanalyse und Produktqualität eigene Nachweise bleiben.
Quellen
- University of Cambridge IfM: Quality Function Deployment
- ISO 16355-1:2021, Quality Function Deployment, Grundsätze
- Starbek, Kušar: QFD with Emphasis on the House of Quality, 1997
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