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Die First-Time-Fix-Rate (FTFR) ist der Anteil der Störungen, die beim ersten Einsatz dauerhaft behoben sind, ohne dass für dasselbe Problem ein zweiter Einsatz nötig wird. Verbreitet ist sie im technischen Kundendienst, sie lässt sich aber genauso in der eigenen Instandhaltung anwenden.
First-Time-Fix-Rate = beim ersten Einsatz behobene Störungen ÷ alle Störungen × 100 %
Die VDI-Richtlinie 2893 gibt eine Anleitung, wie Kennzahlen für die Instandhaltung gebildet werden (VDI 2893). Was bei der FTFR als erster Einsatz und was als behoben gilt, legt jeder Betrieb selbst fest. Ohne diese Festlegung sind zwei Werte nicht vergleichbar.
Rechenbeispiel aus einem Monat
Die Zahlen sind ausgedacht und dienen nur der Anschauung. Die Instandhaltung eines Werks bearbeitet in einem Monat 120 Störungen. 96 davon sind nach dem ersten Einsatz erledigt, 24 brauchen einen zweiten.
FTFR = 96 ÷ 120 × 100 % = 80 %
Wichtiger als die Quote sind die Gründe für die 24 Folgeeinsätze:
| Grund für den Folgeeinsatz | Anzahl | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Ersatzteil nicht vor Ort | 8 | Mindestbestand für Ersatzteile mit wiederkehrendem Bedarf, Ersatzteilliste je Anlage |
| Ursache falsch eingeschätzt, nur Symptom behoben | 7 | Störhistorie der Anlage vor dem Einsatz ansehen |
| Störung innerhalb von 48 Stunden wieder aufgetreten | 5 | Ursachenanalyse ab der zweiten Wiederholung |
| Fremdfirma oder Spezialist nötig | 4 | Fälle vorab einstufen, Spezialist gleich beim ersten Einsatz einplanen |
Die Liste zeigt, wo die Rate verloren geht. Acht der 24 Folgeeinsätze gehen auf das Ersatzteillager zurück, und das löst kein Techniker allein.
Zählregeln festlegen
Je nach Regel ergibt derselbe Monat eine andere Kennzahl. Diese Fragen sollte die Instandhaltung einmal beantworten und dann beibehalten:
| Frage | Mögliche Regel | Wirkung auf die Kennzahl |
|---|---|---|
| Was ist ein Einsatz? | jeder Gang zur Anlage oder jeder Instandhaltungsauftrag | Je Auftrag gezählt, fallen kurze Rückfragen heraus, die Rate steigt |
| Ab wann gilt eine Störung als behoben? | Wiederkehrfenster von 24 Stunden, 48 Stunden oder 7 Tagen | Je länger das Fenster, desto niedriger die Rate, desto ehrlicher der Wert |
| Zählen Fälle mit fehlendem Ersatzteil? | mitzählen oder getrennt ausweisen | Getrennt ausgewiesen, zeigt sich das Lagerproblem |
| Zählt, was der Bediener selbst behebt? | ein- oder ausschließen | Eingeschlossen, steigt die Rate, ohne dass die Instandhaltung besser wird |
| Zählt geplante Wartung? | nur Störungen, keine geplanten Arbeiten | Geplante Wartung verfälscht die Rate nach oben |
FTFR, MTTR, MTBF und Wiederholfehler
| Kennzahl | Was sie misst | Formel |
|---|---|---|
| First-Time-Fix-Rate | Qualität des Einsatzes | beim ersten Einsatz behoben ÷ alle Störungen |
| MTTR | mittlere Dauer bis zur Wiederinbetriebnahme | Summe der Reparaturzeiten ÷ Anzahl der Reparaturen |
| MTBF | mittlere Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen | Betriebszeit ÷ Anzahl der Ausfälle |
| Wiederholfehler-Quote | Anteil der Störungen, die im Zeitfenster wiederkehren | wiederkehrende Störungen ÷ alle Störungen |
Die Kennzahlen gehören zusammen gelesen. Wer gründlich nach der Ursache sucht, braucht länger, die MTTR steigt. Dafür kommt er seltener zurück, und FTFR wie MTBF steigen. Eine Instandhaltung, die nur auf die MTTR achtet, belohnt schnelles Wiederanfahren, auch wenn die Störung am nächsten Tag zurückkommt. Nicht verwechseln sollte man die FTFR mit dem First Pass Yield: Der misst den Anteil der Bauteile, die ohne Nacharbeit gut sind. MTBF und MTTR aus eigenen Zahlen rechnet der MTBF-MTTR-Rechner.
Woran eine niedrige Rate liegen kann
- Ungenaue Störmeldung. „Anlage steht“ sagt dem Techniker nicht, welches Werkzeug und welches Ersatzteil er mitbringen muss.
- Fehlende Störhistorie. Wer nicht sieht, dass dieselbe Störung dreimal in zwei Wochen auftrat, behebt das Symptom ein viertes Mal. Wie die Störungsbehebung selbst organisiert wird, beschreibt der Beitrag zur Corrective Maintenance.
- Ersatzteile. Ist das Ersatzteil nicht vor Ort, wird aus einem Einsatz zwangsläufig ein zweiter.
- Wissen bei einer Person. Kennt nur ein Techniker die Eigenheiten einer Anlage, hängt die Rate an seinem Schichtplan.
Störungsdaten mit SYMESTIC
SYMESTIC ist kein Instandhaltungssystem, die FTFR zählt man dort, wo die Instandhaltungsaufträge geführt werden. SYMESTIC liefert die Grundlage dafür. Stillstände werden automatisch erfasst, auch ohne Maschinensignal, und mit ihrem Grund ausgewertet. Alarme und Störmeldungen gehen per Push oder E-Mail an die Instandhaltung. MTBF und MTTR stehen als Kennzahlen bereit, und über die REST-API gelangen die Daten in die Instandhaltungssoftware. Die Stillstandsgründe je Anlage zeigen, ob dieselbe Störung wiederkehrt.
Mehr dazu auf den Seiten zum Alarmmanagement und für die Instandhaltung.
Quellen
Wie Störungen automatisch erfasst und an die Instandhaltung gemeldet werden, zeigt eine kostenlose Demo am eigenen Anwendungsfall.
Ihre Verluste in Euro, gerechnet mit Ihren Zahlen
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Verlustrechnung
