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8D-Report: Aufbau, Disziplinen und Vorlage

Christian Fieg Head of Sales

Veröffentlicht Oktober 20266 Min. Lesezeit

Inhalt

    Ein 8D-Report ist das Dokument, in dem ein Lieferant die Lösung eines Qualitätsproblems nach der 8D-Methode festhält. Er nennt das Team, beschreibt das Problem, belegt den Sofortschutz für den Kunden, weist die Ursache nach, begründet die Abstellmaßnahme und zeigt, wie der Fehler an anderer Stelle verhindert wird. Die Methode umfasst acht Disziplinen, manche Organisationen stellen einen Planungsschritt D0 voran; die American Society for Quality beschreibt sie als in der Automobilindustrie verbreitet (ASQ).

    Ein Kunde kann den Bericht nach einer Reklamation oder mit einem SCAR anfordern, auch in seinem eigenen Formular.

    SCAR, 8D-Methode und 8D-Report: drei Begriffe, drei Rollen

    BegriffWas es istWer es auslöst
    SCARAufforderung des Kunden an den Lieferanten, ein Qualitätsproblem zu untersuchen und abzustellenKunde
    8D-MethodeVorgehen in acht Disziplinen von der Teambildung bis zum AbschlussLieferant oder eigene Qualitätsabteilung
    8D-ReportNachweis, wie weit die Bearbeitung ist und was jede Disziplin ergeben hatLieferant, laufend fortgeschrieben

    Der Bericht entsteht in Stufen. Welche Fristen für Zwischenstände gelten, legt der Kunde fest. Ohne Vorgabe lohnt es, den ersten Stand zu schicken, sobald D3 steht, damit der Kunde sieht, dass seine Fertigung geschützt ist. Vollständig wird der Bericht nach dem Wirksamkeitsnachweis in D6 und dem Abschluss in D8.

    Die acht Disziplinen im Bericht

    Die Disziplinen folgen ASQ. Die mittlere Spalte empfiehlt, was der Bericht dazu enthalten sollte, die rechte ist eine Kontrollfrage vor dem Versand.

    DisziplinInhalt im BerichtKontrollfrage vor dem Versand
    D1 TeamTeamleitung und Mitglieder mit Funktion, dazu Fachleute aus Fertigung und QualitätSteht jemand im Team, der den Arbeitsplatz kennt?
    D2 Problem beschreibenWas, wo, wann, wer, warum, wie und wie viele (5W2H), dazu die Abgrenzung, was nicht betroffen istLässt sich das Problem mit den Angaben nachstellen?
    D3 SofortmaßnahmeSchutz des Kunden: Bestände in Lager, Transport und beim Kunden sperren und prüfen, geprüfte Lieferungen kennzeichnenIst jede betroffene Menge erfasst und mit Datum belegt?
    D4 UrsacheUrsache für das Entstehen und dafür, dass der Fehler unbemerkt blieb, beide nachgewiesenWurde die Ursache bestätigt, etwa indem der Fehler gezielt erzeugt und wieder abgestellt wurde?
    D5 Abstellmaßnahme wählenDauerhafte Maßnahme gegen jede Ursache und der Nachweis, dass sie wirktGibt es zu jeder Ursache eine Maßnahme?
    D6 Umsetzen und Wirksamkeit prüfenDatum der Einführung, Ende der Sofortmaßnahme, Fehlerzahlen danachZeigen die Zahlen über einen ausreichenden Zeitraum keinen Rückfall?
    D7 VorbeugenÜbertrag auf Systeme, Abläufe und Dokumente wie FMEA, Produktionslenkungsplan, Arbeitsanweisungen sowie ähnliche Bauteile und LinienWurde die Lehre auf andere Produkte übertragen?
    D8 AbschlussAbschluss der Bearbeitung und Würdigung des TeamsIst der Bericht vollständig und abgeschlossen?

    Wer D0 voranstellt, plant dort das Vorgehen und klärt die Voraussetzungen (ASQ).

    Zwei Ursachen in D4: Entstehung und Nichtentdeckung

    ASQ nennt in D4 zwei Fragen, nämlich warum der Fehler entstanden ist und warum er zum Zeitpunkt seines Entstehens unbemerkt blieb. Alle Ursachen sollen verifiziert oder nachgewiesen sein (ASQ).

    Ein Bericht, der nur die erste Frage beantwortet, bleibt halb. Angenommen, ein verschlissener Stempel erzeugt einen Grat. Der neue Stempel stellt die Entstehung ab. Die Prüfung, die den Grat durchgelassen hat, bleibt aber dieselbe, und ein Grat aus einer anderen Quelle geht genauso an den Kunden. In D5 gehören deshalb zwei Maßnahmen, eine gegen die Entstehung und eine, die den Fehler künftig vor dem Versand erkennt.

    Für die Ursachensuche eignen sich das Ishikawa-Diagramm und die 5-Why-Methode, die auch ASQ als Werkzeuge nennt. Mehr zum Vorgehen steht im Beitrag zur Root Cause Analysis.

    8D-Report-Vorlage: diese Felder braucht der Bericht

    Schreibt Ihr Kunde ein Formular vor, gilt dieses. Die Felder unten helfen, es vollständig zu füllen, und taugen als eigene Vorlage für interne Reklamationen.

    • Kopf: Berichtsnummer, Reklamationsnummer des Kunden, Bauteilnummer mit Änderungsstand, Eingangsdatum, Stand des Berichts
    • D1: Teamleitung und Mitglieder mit Funktion und Kontakt
    • D2: Fehlerbeschreibung nach 5W2H, betroffene Menge, Liefer- oder Produktionsdatum, Fotos
    • D3: jede Sofortmaßnahme mit Datum, verantwortlicher Person und Ergebnis, getrennt nach Lager, Transport und Kunde
    • D4: Ursache der Entstehung und Ursache der Nichtentdeckung, je mit Methode und Nachweis
    • D5: gewählte Maßnahme je Ursache und Nachweis der Wirkung vor der Einführung
    • D6: Einführungsdatum, Zeitraum und Zahlen des Wirksamkeitsnachweises, Ende der Sofortmaßnahme
    • D7: geänderte Dokumente wie FMEA, Control Plan und Arbeitsanweisung, übertragen auf Bauteile und Linien
    • D8: Abschlussdatum, Bestätigung durch den Kunden, Würdigung des Teams

    Beispiel: dieselbe Reklamation, zwei Problembeschreibungen

    Die Angaben sind ausgedacht und dienen nur der Anschauung.

    Schwach: „Kunde meldet fehlerhafte Gehäuse.“ Damit kann niemand arbeiten, weil Fehlerart, Menge, Ort und Zeitraum fehlen.

    Tragfähig: „Am 14.10. fand der Kunde im Wareneingang an 37 von 1.200 Gehäusen der Lieferung vom 9.10. einen Grat an der Dichtfläche. Alle 37 stammen aus Kavität 3. Beim Kunden fallen die Gehäuse in der Dichtheitsprüfung durch. Lieferungen vor dem 9.10. sind laut Kunde ohne Befund.“

    Die zweite Fassung grenzt das Problem schon ein, auf ein Werkzeugnest, einen Lieferzeitraum und ein Merkmal. 37 von 1.200 sind 3,1 % oder rund 30.800 ppm. An dieser Zahl messen Sie in D6, ob der Fehler nach der Abstellmaßnahme verschwunden ist.

    So unterstützt SYMESTIC die Bearbeitung

    SYMESTIC ist ein Cloud-MES und hat kein eigenes 8D-Modul. Den Bericht führen Sie im Formular des Kunden oder in Ihrem CAQ-System, das sich über die REST-API anbinden lässt. Die Daten für D2, D4 und D6 entstehen in der Fertigung, und dort setzt SYMESTIC an.

    • Qualitätsprüfung am Arbeitsplatz per Barcode-Scan mit OK oder NOK je Bauteil und Seriennummer, Fehlerstelle auf dem Produktbild, Grund aus dem Katalog und als Option bis zu drei Fotos. Das sind die Fakten für D2.
    • Prozessfähigkeit Cp/Cpk je Prozessparameter im Widget Prozessstabilität. Sie zeigt, wie ein erfasster Parameter zu seinen Grenzen liegt, eine Datengrundlage für D4.
    • Fehlerquote in Prozent oder PPM mit Verlauf und die Top-Fehlergründe, um in D6 zu zeigen, dass der Fehler nicht wiederkommt.

    Wie die Prüfung am Arbeitsplatz aufgebaut ist, zeigt die Seite zur Qualitätskontrolle in der Fertigung.

    Quellen

    Christian Fieg
    Über den Autor:
    Christian Fieg
    Head of Sales bei SYMESTIC. Zuvor iTAC, Dürr, Visteon. Six Sigma Black Belt. Autor von "OEE: Eine Zahl, viele Lügen".
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