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Ältere Maschinen anbinden: Maschinendaten auch ohne Freigabe des Herstellers

Von Martin Brandel · Zuletzt aktualisiert: September 2026

Die meisten Fertigungen haben keinen einheitlichen Maschinenpark. Neben einer Anlage mit offener Schnittstelle stehen Maschinen, deren Steuerung älter ist als das Netzwerk in der Halle. Und manchmal steht zwischen Maschine und Daten der Maschinenhersteller: Die Schnittstelle ist vorhanden, aber freigeschaltet wird sie nur gegen Gebühr, oder die Liste der Datenadressen gibt es nicht heraus.

Das ist kein Grund, auf Maschinendaten zu verzichten. Dieser Beitrag zeigt drei Wege zu den Daten, was jeder liefert und woran Sie erkennen, welcher für welche Maschine passt.


Drei Wege zu den Maschinendaten

Weg Was Sie bekommen Voraussetzung Abhängig vom Hersteller?
Schnittstelle der Steuerung (z. B. OPC UA, Modbus) Zustand, Stückzahl, Alarme, Programm, Prozesswerte Netzwerkfähige Steuerung, Schnittstelle freigeschaltet, Datenadressen bekannt Oft ja: Freischaltung, Lizenz oder Adressliste
Digitale Signale Läuft, steht, Störung, Takt oder Stückimpuls Ein Signal, das es schon gibt, etwa die Signalleuchte oder ein Relaiskontakt Nein, kein Eingriff in die Steuerung
Zusätzliche Sensoren Was die Maschine nicht meldet, etwa Stromaufnahme oder Temperatur Montage des Sensors an der Maschine Nein

Der erste Weg liefert die meisten Daten. Der zweite liefert weniger, aber genau die Daten, die für Verfügbarkeit, Stückzahl und Stillstandsgründe nötig sind, und er funktioniert an jeder Maschine, die eine Signalleuchte oder einen Störkontakt hat. Mit dem dritten schließen Sie gezielt Lücken.


Was digitale Signale leisten und was nicht

Drei Signale reichen für den Einstieg: Die Maschine läuft, die Maschine ist gestört, ein Teil ist fertig. Daraus ergeben sich Laufzeit, Stillstandsdauer und Stückzahl. Den Grund für einen Stillstand wählt der Bediener am Terminal. Zusammen ergibt das Verfügbarkeit, Leistung und die wichtigsten Verlustgründe, also den größten Teil dessen, was eine OEE-Auswertung braucht.

Was dieser Weg nicht liefert: Prozesswerte wie Drücke, Temperaturen oder Spindellast, Alarmtexte der Steuerung und den Namen des laufenden Programms. Wer diese Daten braucht, etwa für Prozessüberwachung oder Qualitätsanalysen, braucht die Schnittstelle der Steuerung oder zusätzliche Sensoren.

In SYMESTIC laufen digitale Signale über das DI Cloud Gateway, ohne Eingriff in die SPS. Die Produktseite Produktionskennzahlen nennt Maschinen der Baujahre 1995 bis 2024 als Einsatzbereich. Hat eine Maschine eine netzwerkfähige Schnittstelle wie OPC UA oder Modbus, ist in der Regel kein zusätzliches Gerät nötig. Wann ein Gateway gebraucht wird, erklärt die Preisseite im Abschnitt Hardware.


Wenn der Maschinenhersteller für die Daten Geld verlangt

Die Steuerung kann Daten liefern, aber die Schnittstelle ist eine kostenpflichtige Option, oder die Belegung der Datenadressen wird nicht herausgegeben. Drei Möglichkeiten:

  1. Verhandeln, wenn es sich lohnt. Braucht eine Maschine Prozesswerte, etwa für die Qualität, kann die Freischaltung ihr Geld wert sein. Fragen Sie nach dem Preis je Maschine und danach, ob die Datenadressen dokumentiert mitgeliefert werden.
  2. Mit Signalen starten. Für Verfügbarkeit und Stillstände braucht es die Freischaltung nicht. Viele Fragen lassen sich beantworten, bevor über eine Schnittstellengebühr entschieden wird.
  3. Bei Neukauf mitverhandeln. Schreiben Sie in die Bestellung neuer Maschinen, welche Schnittstelle offen und dokumentiert geliefert wird. Für Werkzeugmaschinen gibt es dafür die OPC-UA-Beschreibung OPC 40501-1, für Spritzgießmaschinen EUROMAP 77.

Aus unseren Vertriebsgesprächen: In den Notizen aus 65 Erstgesprächen mit Fertigern, einer Auswahl aus 122 Neukunden-Deals zwischen September 2024 und September 2026, fragten sieben ausdrücklich nach der Anbindung älterer Maschinen. Nur nach den Kosten wurde öfter gefragt. Ein Projekt endete, weil der Maschinenhersteller die Daten nur gegen Gebühr freigeben wollte. In zwei weiteren Fällen deckte ein Leitsystem oder das Datenpaket des Anlagenherstellers den Bedarf bereits ab.

Unsere Lehre aus dem abgebrochenen Projekt: Wäre die Anbindung über Signale gestartet, hätte die Frage der Gebühr später und mit Messwerten in der Hand entschieden werden können.


Welcher Weg für welche Maschine: eine Bestandsaufnahme

Bevor Sie ein Projekt beginnen, lohnt eine einfache Liste Ihres Maschinenparks. Je Maschine vier Fragen:

  1. Hat die Steuerung einen Netzwerkanschluss, und ist er in Betrieb?
  2. Welche Schnittstelle bietet sie, und ist sie freigeschaltet?
  3. Gibt es eine Signalleuchte oder einen Kontakt für Lauf und Störung?
  4. Welche Daten brauchen Sie von genau dieser Maschine: nur Zustand und Stückzahl oder auch Prozesswerte?

Aus den Antworten ergibt sich je Maschine der Weg. Sie sehen dann, welche Maschinen ohne Zusatzaufwand angebunden werden können und wo eine Einzelentscheidung nötig ist. Hintergrund zu Steuerungen steht unter Speicherprogrammierbare Steuerungen, zu OPC UA unter OPC UA.

Wenn Sie Ihre Liste mit uns durchgehen wollen: In einer kostenlosen Live-Demo am eigenen Anwendungsfall gehört die Maschinenanbindung zu den Themen.


Häufige Fragen

Kann ich Maschinendaten erfassen, ohne die SPS zu verändern?

Ja. Über digitale Signale wie Signalleuchte oder Relaiskontakt werden Lauf, Stillstand, Störung und Stückimpuls erfasst, ohne das Programm der Steuerung anzufassen.

Reichen digitale Signale für die OEE?

Für Verfügbarkeit und Leistung ja, wenn ein Stückimpuls vorhanden ist. Die Qualität kommt aus der Meldung von Gutteilen und Ausschuss am Terminal oder aus der Prüfung.

Was kostet die Anbindung einer älteren Maschine?

Das hängt vom Weg ab. Über eine vorhandene Netzwerkschnittstelle ist bei SYMESTIC in der Regel kein Gerät nötig. Für digitale Signale kommt ein Cloud Gateway hinzu, als einmalige Kaufoption. Die Preise stehen auf der Preisseite.

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