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MES-Projekt intern durchbringen: Wer mitentscheidet und was jeder wissen will

Besprechungstisch mit Kosten-, IT-Sicherheits- und Checklisten-Symbolen rund um ein Freigabesymbol
Von Christian Fieg · Zuletzt aktualisiert: September 2026

Wer ein MES einführen will, sitzt meistens im Werk: Produktionsleitung, Werkleitung, Instandhaltung oder OpEx. Wer es freigibt, sitzt woanders. Die Geschäftsführung entscheidet über das Geld, der Betriebsrat hat bei technischen Einrichtungen ein Mitspracherecht, die IT prüft die Cloud, der Einkauf den Vertrag. Ein Teil der MES-Projekte scheitert nicht an der Software, sondern daran, dass eine dieser Stellen zu spät gefragt wird.

Dieser Beitrag zeigt, wer mitentscheidet, was jede Stelle wissen will und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen.


Aus unseren Vertriebsgesprächen

Von 75 verlorenen Neukunden-Deals mit einem inhaltlichen Grund (122 Deals zwischen September 2024 und September 2026) endeten 13 an Priorität oder Management: verschoben, die Geschäftsführung sagt nein, eine Umstrukturierung kommt dazwischen, der Betriebsrat ist nicht eingebunden. 28 endeten, weil die Firma beim Bestehenden blieb. An einen Wettbewerber gingen 7.

In unserem Neugeschäft seit September 2023 saß in 19 von 80 gewonnenen Deals die Geschäftsführung mit am Tisch. Unsere Lehre: Wer das Projekt im Werk treibt, sollte die Geschäftsführung nicht erst zum Unterschreiben dazuholen.


Wer mitentscheidet und was jede Stelle wissen will

Stelle Ihre Frage Was Sie mitbringen
Geschäftsführung Was kostet es, was bringt es, und was kostet es, nichts zu tun? Stillstandsstunden an der Engpassmaschine mal Kosten je Stunde, die Kosten der Lösung über die Laufzeit, einen Vorschlag für den Einstieg
Betriebsrat Werden Leistung oder Verhalten von Beschäftigten überwacht? Zweck der Erfassung, welche Daten personenbezogen sind, wer welche Auswertung sieht, einen Entwurf für die Regelung
IT Wo liegen die Daten, wie kommen die Maschinen ins Netz, was passiert bei einem Ausfall? Architektur, Rechenzentrumsregion, Zertifikate, Anbindungsweg je Maschine, Anbindung an das ERP
Einkauf Wie ist der Vertrag aufgebaut, wie lange läuft er, was kommt dazu? Preismodell, Laufzeit, einmalige Kosten wie Hardware
Schicht und Bediener Was ändert sich an meinem Arbeitsplatz? Was am Terminal gemeldet wird, wie lange es dauert, was die Schicht davon hat

Geschäftsführung: die Rechnung, nicht die Funktionsliste

Eine Geschäftsführung entscheidet selten über Funktionen, sondern über eine Rechnung. Die wichtigste Zahl kennt meist nur Ihr Werk: Was kostet eine Stunde Stillstand an der Engpassmaschine, und wie viele solcher Stunden gibt es im Monat? Wer das nicht weiß, hat damit schon das erste Argument für die Messung. Wo selbst gebaute Lösungen teuer werden, zeigt MES selbst entwickeln oder kaufen.

Auf der Kostenseite steht bei einem Cloud-MES ein Abonnement. Bei SYMESTIC kostet die Standardkonfiguration aus Plattform und fünf Anlagen 850 € pro Monat, bei jährlicher Abrechnung und einer Vertragslaufzeit von 36 Monaten. Die Aufschlüsselung steht auf der Preisseite. Wie sich eine Wirtschaftlichkeitsrechnung aufbauen lässt, zeigt MES ROI und Business Case.


Betriebsrat: früh einbinden, Zweck festlegen

Das Betriebsverfassungsgesetz gibt dem Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der „Einführung und Anwendung von technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen“ (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Ein MES erfasst in erster Linie Maschinendaten. Sobald sich Anmeldungen am Terminal, Schichten oder Meldungen einer Person zuordnen lassen, berührt es dieses Recht.

Wir empfehlen, den Betriebsrat vor der Auswahl einzubinden, nicht danach. Legen Sie gemeinsam fest, wofür die Daten da sind (Maschine, Auftrag, Prozess), welche Auswertungen es gibt und wer sie sieht. Das Ergebnis ist üblicherweise eine Betriebsvereinbarung. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung; die genaue Ausgestaltung klären Sie mit Ihrem Betriebsrat und gegebenenfalls einer Rechtsberatung.


IT: Architektur und Anbindung klären

Die IT will wissen, wo die Daten liegen und wie die Maschinen ins Netz kommen. Für SYMESTIC gilt: Die Plattform läuft cloud-native auf Microsoft Azure mit Datenhaltung in der EU, deutsche Azure-Regionen auf Anfrage, und einer Verfügbarkeitszusage von 99,9 %. SYMESTIC hat eine Zertifizierung nach ISO 9001. Die Prüfung nach ISO 27001 läuft noch.

Maschinen werden ohne Eingriff in die SPS angebunden. Hat eine Maschine eine netzwerkfähige Schnittstelle wie OPC UA oder Modbus, läuft die Anbindung über einen Client-Service auf einem eigenen, auch virtuellen, Server. Cloud Gateways kommen für digitale Signale dazu oder wenn das lokale Netz nicht genutzt werden soll. Mehr dazu in Ältere Maschinen anbinden.


Die Reihenfolge, die funktioniert

  1. Eine Frage im Werk festlegen, die das MES beantworten soll, etwa: Warum steht die Engpassmaschine?
  2. Geschäftsführung früh informieren, mit der Rechnung und dem Vorschlag, klein zu beginnen.
  3. Betriebsrat und IT parallel einbinden, bevor ein Anbieter ausgewählt ist.
  4. Mit wenigen Maschinen beginnen und vier Wochen messen.
  5. Die Ergebnisse als Entscheidungsvorlage für den Ausbau nutzen: gemessene Stillstände statt geschätzter.

Wenn Sie die Unterlagen für Ihre Geschäftsführung oder Ihre IT vorbereiten wollen: In einer kostenlosen Live-Demo am eigenen Anwendungsfall gehen wir die Fragen mit Ihnen durch. Die Einführung Schritt für Schritt beschreibt MES-Einführung.


Häufige Fragen

Muss der Betriebsrat bei einem MES zustimmen?

Wenn das MES geeignet ist, Leistung oder Verhalten von Beschäftigten zu überwachen, hat der Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht. Üblich ist eine Betriebsvereinbarung. Klären Sie die Einzelheiten mit Ihrem Betriebsrat.

Wer sollte ein MES-Projekt treiben?

Die Person, die das Problem in der Fertigung am besten kennt, meist Produktions- oder Werkleitung. Sie braucht aber früh die Rückendeckung der Geschäftsführung.

Wie überzeugt man eine skeptische Geschäftsführung?

Mit einer Rechnung aus dem eigenen Werk und einem kleinen Einstieg an der Engpassmaschine. Gemessene Stillstände überzeugen mehr als Beispiele aus anderen Firmen.

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