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BDE- und MDE-Software im Vergleich 2026

Bearbeitungszentrum mit Signalleuchte und daneben ein BDE-Terminal mit Scanner
Von Martin Brandel · Veröffentlicht: Oktober 2026

Zusammenfassung: BDE-Software erfasst Betriebsdaten wie Aufträge, Mengen, Zeiten und Personaldaten, MDE-Software die Zustände, Takte und Stückzahlen der Maschinen; nach dem REFA-Lexikon ist die Maschinendatenerfassung ein Teil der Betriebsdatenerfassung. Am Markt gibt es fünf Arten von Anbietern: BDE-Module im ERP, BDE- und Zeiterfassungs-Spezialisten, MDE-Spezialisten, klassische MES und Cloud-MES. Die wichtigste Auswahlfrage ist nicht der Funktionsumfang, sondern wie die vorhandenen Maschinen angebunden werden, vom neuen Bearbeitungszentrum bis zur Presse aus den Neunzigern.

Transparenzhinweis: SYMESTIC bietet selbst BDE- und MDE-Software an. Angaben zu anderen Anbietern stammen von deren eigenen Websites (abgerufen im Oktober 2026); niemand hat für eine Nennung bezahlt. Die Einordnung ist unsere fachliche Einschätzung.

Inhaltsverzeichnis:

  1. BDE, MDE und PZE: was wohin gehört
  2. Welche Anbindung zu welcher Maschine passt
  3. Warum ein Laufsignal allein die Verfügbarkeit schönt
  4. Fünf Arten von BDE- und MDE-Anbietern
  5. Die Kategorien im Vergleich
  6. Betriebsrat und Datenschutz
  7. Wo SYMESTIC steht und wo nicht
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen

BDE, MDE und PZE: was wohin gehört

Drei Kürzel werden oft gemischt. Das Gabler Wirtschaftslexikon beschreibt die Betriebsdatenerfassung als Erhebung von Daten aus der betrieblichen Wertschöpfung, mit Maschinen-, Auftrags-, Lager- und Personaldaten und der Rückmeldung an die Produktionsplanung. Das REFA-Lexikon versteht unter Maschinendatenerfassung die automatisierte Erfassung von Anlagenparametern wie Taktzeiten, Mengen und Maschinenzuständen und ordnet sie der BDE zu. Die Personalzeiterfassung erfasst nach Böker (2004) Kommen, Gehen und Abwesenheiten.

Begriff Erfasst Quelle der Daten Wer nutzt es
BDE (Betriebsdatenerfassung) Auftragsstatus, Mengen, Zeiten, Ausschuss, Personal am Auftrag Maschine und Eingabe am Platz Fertigungsleitung, Arbeitsvorbereitung, ERP
MDE (Maschinendatenerfassung) Zustand, Takt, Stückzahl, Alarme, Prozesswerte Steuerung oder Maschinensignale Schichtleitung, Instandhaltung, Produktion
PZE (Personalzeiterfassung) Kommen, Gehen, Abwesenheit Terminal, App Personalabteilung, Lohn

Wer nach „MDE-Software“ sucht, findet außerdem Handscanner und Apps für Lager und Inventur. Diese mobile Datenerfassung ist ein anderes Thema und hier nicht gemeint. Wie SYMESTIC beides in der Fertigung erfasst, zeigen die Seiten BDE-Software und MDE-Software. Ausführlich erklären die Begriffe die Beiträge Betriebsdatenerfassung und Maschinendatenerfassung.

Welche Anbindung zu welcher Maschine passt

Ein Maschinenpark im Mittelstand ist selten einheitlich. Neben der neuen Anlage mit OPC-UA-Server stehen Maschinen, deren Steuerung keine offene Schnittstelle hat. Für jede gibt es einen passenden Weg.

Maschine Anbindung Was ankommt Was fehlt
Neuere Steuerung mit OPC-UA-Server OPC UA (IEC 62541); einheitliche Bausteine für Zustände und Zähler beschreibt OPC 40001-1 (OPC UA for Machinery) Zustand, Zähler, Alarme, Programm, Prozesswerte meist nichts Technisches; Stillstandsgrund vom Werker
Spritzgießmaschine Branchenstandard, etwa EUROMAP 77 (gleichlautend mit OPC 40077), oder digitale Signale Zyklus, Zustand, Auftrags- und Qualitätsdaten je nach Maschinenalter und Ausbaustufe
Ältere Maschine ohne offene Schnittstelle digitale Signale über ein Ein-/Ausgabemodul, etwa Lauf, Störung, Taktimpuls Zustand, Takt, Stückzahl Alarmtexte, Prozesswerte, Stillstandsgrund
Handarbeitsplatz Eingabe am Touch-Display, Tablet oder per Barcode Start, Ende, Menge, Ausschuss, Grund alles Automatische

Die Frage an jeden Anbieter lautet deshalb: Wie viele meiner Maschinen fallen in welche Zeile, und was kostet jede Zeile? Wer ältere Anlagen hat, liest dazu Ältere Maschinen anbinden.

Warum ein Laufsignal allein die Verfügbarkeit schönt

Ein häufiger Fehler bei der Anbindung über digitale Signale: Es wird nur das Signal „Maschine läuft“ abgegriffen. Eine Maschine im Einrichtbetrieb, im Leerlauf oder beim Probelauf meldet aber ebenfalls „läuft“, ohne ein Gutteil zu fertigen. Die Verfügbarkeit sieht dann gut aus, die Stückzahl passt nicht dazu.

Abhilfe schafft ein zweites Signal, das je gefertigtem Bauteil oder Hub einen Impuls gibt. Bleibt dieser Impuls aus, obwohl die Maschine „läuft“, ist das ein Stillstand oder ein Taktverlust und kein Lauf. Bei der Auswahl lohnt die Frage, ob die Software beides auswertet und Stillstände auch daran erkennt, dass keine Zählung mehr kommt.

Fünf Arten von BDE- und MDE-Anbietern

BDE-Module im ERP

Viele ERP-Systeme für den Mittelstand bringen eine BDE mit, etwa SelectLine. Der Vorteil ist der direkte Weg ins ERP ohne Schnittstelle. Die Grenze liegt bei der Maschinenanbindung: Erfasst wird meist am Terminal, Maschinendaten kommen selten automatisch.

BDE- und Zeiterfassungs-Spezialisten

Anbieter wie GFOS verbinden Betriebs- und Maschinendatenerfassung mit Personalzeit und Zutritt; Datafox baut dafür eigene Erfassungsterminals. Das passt zu Werkstätten mit viel Handarbeit, in denen Auftragszeit und Anwesenheit zusammen gebucht werden.

MDE-Spezialisten

Steuerungshersteller und spezialisierte Anbieter konzentrieren sich auf die Maschine, etwa HEIDENHAIN StateMonitor für Werkzeugmaschinen oder ENLYZE für Produktionsdaten aus der Steuerung. Sie liefern tiefe Maschinendaten; Auftragsrückmeldung und Werkereingaben sind nicht ihr Schwerpunkt.

Klassisches MES mit BDE und MDE

MPDV (HYDRA X), FORCAM ENISCO oder Proxia führen BDE und MDE als Module eines umfassenden MES, häufig mit Personalzeit. Der Funktionsumfang ist groß, die Einführung ein Projekt. Wann die BDE ins ERP und wann ins MES gehört, wägt der Beitrag BDE im ERP oder im MES ab.

Cloud-MES

Cloud-MES-Plattformen verbinden die automatische Maschinendatenerfassung mit Eingaben am Platz und der Rückmeldung ans ERP; die Plattform betreibt der Anbieter, im Werk genügt für die Anbindung ein Rechner oder eine IoT Box. SYMESTIC gehört in diese Gruppe.

Die Kategorien im Vergleich

Kategorie Maschinendaten Eingaben am Platz ERP-Rückmeldung Personalzeit Passt, wenn
BDE-Modul im ERP selten automatisch ja, am Terminal direkt teilweise wenig Maschinen, viel Handbuchung
BDE-/Zeiterfassungs-Spezialist teilweise ja, an Terminals über Schnittstelle Stärke Auftragszeit und Anwesenheit zusammen gebucht werden
MDE-Spezialist Stärke wenig selten nein nur Maschinendaten gebraucht werden
Klassisches MES ja, im Projekt ja ja oft ein umfassendes MES eingeführt werden soll
Cloud-MES ja, OPC UA oder digitale Signale ja ja Anbieter fragen Maschinen und Rückmeldung auf einem Datenstand laufen sollen

Einordnung durch SYMESTIC, selbst Anbieter in diesem Markt, nach öffentlichen Angaben der Anbieter im Oktober 2026. Einzelne Produkte können mehr abdecken als ihre Kategorie.

Betriebsrat und Datenschutz

Sobald eine BDE erfasst, wer an welchem Auftrag wie lange gearbeitet hat, verarbeitet sie personenbezogene Daten im Sinne von Art. 4 der DSGVO. Für sie gelten Zweckbindung und Datenminimierung (Art. 5), und die Verarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage (Art. 6). Hat der Betrieb einen Betriebsrat, bestimmt dieser nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bei der Einführung technischer Einrichtungen mit, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen.

Praktisch heißt das: Den Betriebsrat früh einbinden, festlegen, welche Daten auf Anlage und Auftrag ausgewertet werden und welche auf Personen, und das in einer Betriebsvereinbarung festhalten. Auch Maschinendaten können personenbezogen werden, wenn sich über Schichtplan oder Anmeldung ablesen lässt, wer an der Anlage stand. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Wo SYMESTIC steht und wo nicht

SYMESTIC verbindet BDE und MDE in einem System. Das Cloud Gateway, eine kostenlose Software auf einem Server oder Rechner im Werk, liest Maschinendaten per OPC UA. Für digitale Signale, oder wenn kein Server gestellt werden soll, kommt die IoT Box dazu, eine Hardware zum einmaligen Kauf; eigene Elektriker können sie montieren, ohne Eingriff in die SPS. Erfasst werden Zustände, Takte, Stückzahlen und Stillstände; ein Stillstand wird auch erkannt, wenn keine Zählung mehr kommt. Spritzgießmaschinen werden über Euromap, OPC UA oder digitale Signale angebunden; welche Euromap-Fassung zum Maschinentyp passt, wird im Projekt geklärt.

Was nicht automatisch kommt, etwa Ausschussgrund oder Personal, geben Werker am Touch-Display, Tablet oder PC ein, auf Oberflächen, die das Werk selbst zuschneidet. Clients und Nutzer sind unbegrenzt. Aufträge und Stammdaten kommen aus dem ERP, Mengen, Zeiten und Ausschuss gehen zurück, über REST-API und Webhooks, IDoc oder Dateien (XML, CSV, JSON); angebunden sind unter anderem InforCOM, SAP, Microsoft Dynamics NAV und Microsoft Business Central. Beim Pharma-Verpackungshersteller Klocke waren alle Linien nach drei Wochen live, ohne Eingriff in die SPS.

Was SYMESTIC nicht ist: kein ERP mit eingebauter BDE und kein Lager-Scanner. Wer vor allem Anwesenheiten für die Lohnabrechnung erfassen will, braucht ein Zeiterfassungssystem. Für tiefe Prozessdatenanalyse einzelner Werkzeugmaschinen bieten die Steuerungshersteller eigene Werkzeuge. Was die Plattform im Einzelnen erfasst, steht auf den Seiten BDE-Software und MDE-Software.

Häufige Fragen

Welche BDE-Software ist die beste?

Die beste für einen Werkzeugbau mit viel Handarbeit ist eine andere als für ein Presswerk. Entscheidend sind der Anteil automatisch erfassbarer Maschinen, der Weg ins ERP und die Frage, ob Personalzeit mit erfasst werden soll. Wer diese drei Punkte für das eigene Werk beantwortet, kann die Kategorie wählen und darin zwei bis drei Anbieter an einer eigenen Anlage vergleichen.

Welche MDE-Software liefert die zuverlässigsten Maschinendaten?

Zuverlässig werden Maschinendaten durch die Art der Anbindung, weniger durch die Software. Direkt aus der Steuerung per OPC UA kommen die meisten Daten. Bei digitalen Signalen gehören ein Lauf- und ein Zählsignal dazu, sonst schönt der Leerlauf die Verfügbarkeit. Handeingaben sind die schwächste Quelle und sollten auf Gründe und Ausschuss beschränkt bleiben.

Kann man BDE und MDE getrennt kaufen?

Ja, und viele Werke haben das so. Der Nachteil zeigt sich beim Abgleich: Wenn Stückzahl der Maschine und Rückmeldung des Auftrags in zwei Systemen liegen, gibt es zwei Wahrheiten. Ein System, das beide erfasst, spart diesen Abgleich.

Brauche ich für MDE neue Hardware an jeder Maschine?

Nicht zwingend. Maschinen mit OPC UA lassen sich über Software anbinden. Für ältere Maschinen braucht es ein Modul, das die digitalen Signale abgreift. Die Kosten je Anlage gehören in jeden Vergleich.

Quellen

  1. Lackes, R.; Siepermann, M.: Betriebsdatenerfassung. Gabler Wirtschaftslexikon, Onlinefassung.
  2. REFA: Maschinendatenerfassung (MDE). REFA-Lexikon, Onlinefassung.
  3. Böker, K.-H.: Arbeitszeiterfassungssysteme, Analyse und Handlungsempfehlungen. Bund-Verlag / Hans-Böckler-Stiftung, 2004, Glossar S. 79–80.
  4. OPC Foundation: Update IEC 62541 (OPC UA) published.
  5. OPC Foundation / VDMA: OPC 40001-1, OPC UA for Machinery, Part 1: Basic Building Blocks, v1.04.1.
  6. EUROMAP: EUROMAP 77, Data exchange between injection moulding machines and MES, Release 1.01, 2020.
  7. Bundesministerium der Justiz: Betriebsverfassungsgesetz, § 87 Mitbestimmungsrechte.
  8. Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit: Datenschutz-Grundverordnung, konsolidierte Fassung, Art. 4, 5 und 6.

Der nächste Schritt

Wie SYMESTIC eine Maschine aus Ihrem Park anbindet und die Daten bis ins ERP bringt, zeigt die kostenlose Live-Demo am eigenen Anwendungsfall.

Martin Brandel
Über den Autor:
Martin Brandel
MES Consultant und Projektleiter bei SYMESTIC. Dipl.-Ing. Nachrichtentechnik. Über 30 Jahre industrielle Automatisierung und Maschinenanbindung, von Simatic S5 bis OPC UA.
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Maschinen, Aufträge und Qualität in drei Systemen heißt: drei Wahrheiten im Meeting.

Ein Cloud-MES, in Stunden produktiv statt in Monaten

SYMESTIC verbindet Maschinen, ERP und Shopfloor auf einer Plattform. Die erste Anlage ist in unter drei Stunden angebunden, weitere Werke bindet Ihr Team selbst an. Im Einsatz in über 20 Ländern.